Die Welt verwandeln durch Erziehung
||Geschichte
Geschichte2018-08-24T14:15:12+00:00

Geschichte

Ursprung der Kongregation

Die Kongregation der Armen Schulschwestern v.U.L.Fr. wurde ins Leben gerufen, als Gottes Ruf eine Antwort in den Herzen von Menschen fand, die stark im Glauben, weitsichtig in ihren Vorstellungen und mutig im Handeln waren. Die Kongregation setzt sich heute in der geheimnisvollen Wechselwirkung zwischen göttlichem Ruf und menschlicher Antwort fort.

Obwohl ihre Wurzeln tief in der Vergangenheit liegen, wurde die Kongregation tatsächlichen am 24. Oktober 1833 gegründet, als Karolina Gerhardinger und zwei andere Frauen in Neunburg vorm Wald, Bayern, ein gemeinsames religiöses Leben begannen. Ihr Handeln wurde von einer auf apostolischen Dienst ausgerichteten Spiritualität inspiriert, die dazu bestimmt war, das eigene Leben zu gestalten und die vieler anderer tiefgreifend zu beeinflussen.

Die Zeit

Politische und religiöse Umstände, die der Aufklärung und der Französischen Revolution entspringen, hatten im 19. Jahrhundert eine verzweifelte Bildungssituation mit weitreichenden Auswirkungen auf Kirche und Gesellschaft geschaffen. Das Beharren der Rationalisten auf dem Primat der Vernunft schwächte die Wertschätzung für christliche Erziehung; die Beschlagnahmung von Kirchenbesitz durch den Staat führte zur Auflösung vieler Klosterschulen und machte es jungen Mädchen nahezu unmöglich, überhaupt eine Grundbildung zu erhalten.

Antwort

Bischof Michael Wittmann

Die Schließung der Klosterschule von Stadtamhof / Regensburg, die von den Augustiner-Chorfrauen geleitet wurde, eröffnete Karolina Gerhardinger, damals deren Schülerin, ein wachsendes Bewusstsein für die kritische Situation dieser Zeit. Auf den Rat von Pfarrer Michael Wittmann aus Regensburg hin erklärten sich Karolina und zwei Gefährtinnen bereit, Lehrerinnen an der Mädchenschule in Stadtamhof zu werden, die als Pfarrschule weitergeführt werden sollte. Unter Wittmanns spiritueller Führung erkannte Karolina nach und nach Gottes Ruf an sie. Sie teilte Pfarrer Wittmanns Sorge für einen Neubeginn des Ordenslebens und seine Entschlossenheit, eine Religionsgemeinschaft zu gründen, die durch Erziehung zur Lösung der sozialen Situation beitragen sollte. In ihrer Vision hing die Erneuerung der Gesellschaft von der christlichen Familie ab, in der die Mutter, die erste Erzieherin, eine Schlüsselrolle spielte. Daher wählten sie die christliche Erziehung von Mädchen als den wichtigen Dienst, den ihre Gemeinschaft anbieten würde. Ihre erste Sorge galt armen Mädchen in kleinen Städten und Dörfern.

Vater Franz Sebastian Job

Als Bischof Wittmann in der entscheidenden Zeit der Gründung plötzlich starb, wagte Karolina im unerschütterlichen Vertrauen auf Gottes Vorsehung und unterstützt von einem Freund Wittmanns, Franz Sebastiab Job, 1833 die Gründung der Kongregation. Sie nahm den Namen Maria Theresia von Jesus an. Als Grundregel für ihre Ordensregel benutzte sie die der Augustiner-Chorfrauen. Diese Regel, die 1597 durch die Selige Alix Le Clerc und den Heiligen Petrus Forerius entstand, fußt auf der Grundlage der Regel des heiligen Augustinus. Das Leben der jungen Kongregation Mutter Theresias wurde entscheidend vom Geist der Verfassung der Armen Schulschwestern von Notre Dame geprägt, die von Franz Sebastian Job geschrieben wurde.

Mutter Theresia

Mutter Theresias Spiritualität hat die Spiritualität ihrer Kongregation tief beeinflusst. Ihre Liebe zu Gott, die durch ihre Hingabe an das Allerheiligste Sakrament genährt und gestärkt wurde, entfachte den brennenden Wunsch ihres Lebens: Ihn kennenzulernen und seinen Willen zu tun. Ihre Sehnsucht, Gott zu ehren, und ihre Sorge um das Reich Gottes waren die vorherrschenden und alles durchdringenden Prinzipien, die all ihre Bemühungen bestimmten. Sie gründete ihre Gemeinschaft in Armut, um die Armen zu erreichen, und widmete sie Maria, in der sie ein Vorbild für sich selbst, ihre Schwestern und die jungen Mädchen fand, denen sie diente. In der Erziehung bestand sie auf der absoluten Notwendigkeit, dass der Erzieher Vorbild sein muss, und auf der Integration von Unterricht und Entwicklung des Charakters.

Die Struktur ihrer Kongregation entsprang ihrer Wahrnehmung der Bedürfnisse derer, denen sie diente, ebenso wie denen ihrer Schwestern. Indem sie Schwestern zu zweit und zu dritt aussendete, um Menschen in ländlichen Gebieten zu erreichen, verließ sie das zeitgenössische Muster großer, sorgfältig angelegter Klöster. Um einen gemeinsamen Geist, eine Richtung und ein Ziel unter den Schwestern, zwischen den Filialen und später zwischen den Provinzen aufrechtzuerhalten, bestand sie auf einer einigenden, zentralen Leitung in ihrer Kongregation. Im Gegensatz zu bestehenden vergleichbaren Gemeinschaften und dem vorherrschenden Zeitgeist war sie davon überzeugt, dass eine Frau ihre Schwestern besser verstehen und daher auch lenken und motivieren kann. Als ihre Ansichten über die Leitung ihrer Kongregation missverstanden wurden, stärkte ihr Vertrauen in Gott und ihre tiefe Loyalität gegenüber der Kirche sie in dem Leid, das sie ertrug,

Das Paschageheimnis

Das Paschageheimnis kennzeichnete Mutter Theresias gesamtes Leben. Eine besonders intensive Erfahrung war ihr Kampf um die Anerkennung ihrer Gemeinschaft und ihre Freude, als Papst Pius IX. 1865 die Verfassung der Armen Schulschwestern von Notre Dame genehmigte.

Auch die junge Kongregation kannte Tod und Auferstehung als wesentlichen Bestandteil ihres Lebens. Extreme Armut kennzeichnete seine frühen Jahrzehnte; in diesen Jahren erlebten die Schwestern auch Verachtung und Missbrauch von denen, die ihre Werte nicht akzeptieren konnten. In den 1860er Jahren litten die Schwestern unter Kriegen in Europa und Amerika. Politischer Druck führte in den 1870er Jahren zur Vertreibung der Schwestern in Westfalen und Schlesien aus ihrer Heimat.

Neues Leben und Wachstum

Zur gleichen Zeit erlebte die Kongregation neues Leben und Wachstum. Geschätzt und unterstützt von Hierarchie und Laien, verbreitete sie sich von Bayern aus in elf Länder Europas und Nordamerikas. Als Mutter Theresa im Jahr 1879 starb, lebten mehr als 2500 Schulschwestern von Notre Dame ein Ordensleben in ihrem Geist. Sie erfüllten die Bedürfnisse ihrer Zeit, indem sie Mädchen hauptsächlich in Grundschulen, aber auch in Waisenhäusern, Kindertagesstätten und Industrieschulen ausbildeten. Sie bildeten zukünftige Lehrer aus und leisteten Pionierarbeit in der Entwicklung von Kindergärten. Für Mädchen, die Fabrikarbeiterinnen waren, errichteten sie Häuser und stellten Nachtschulen zur Verfügung, in denen diese Mädchen eine Grundausbildung erhalten konnten.

Das Werk Gottes

In seinem Nachruf auf Mutter Theresias Beerdigung beschrieb Monsignore Adalbert Huhn ihre Haltung gegenüber dem Wachstum der Gemeinschaft:
Wenn sie von ihrem Orden sprach, nannte sie ihn mit Nachdruck und Ehrfurcht das Werk Gottes … ihre Liebe zu den Seelen trieb sie dazu, von einem Ende Europas zum anderen zu gehen – von einem Kontinent zum anderen; die Rettung der Seelen war die Inspiration all ihrer Bemühungen … Es war nicht die große Anzahl ihrer Schwestern, die sie erfreute, sondern deren innere Verwandlung zum Bild und Abbild des gekreuzigten Sohnes Gottes …

In tiefer Dankbarkeit und mit prophetischer Einsicht betete sie: „Vater im Himmel, … wir danken dir, dass du der Familie der Armen Schulschwestern einen so gesegneten Anfang gegeben (geschenkt) hast; möge dieser Anfang die Verpflichtung sein, zur Vollkommenheit zu wachsen.“

Seligsprechung

Als sie am 17. November 1985 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde, hat die katholische Kirche das Leben und Wirken von Mutter Theresia zum Vorbild für alle erhoben. Mehr dazu (in Englisch) auf der Website Sturdy Roots: LesenVideo Highlights der Zeremonie ansehen.