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|Shalom Solidaritäts-Reflexion: Januar 2019

Shalom Solidaritäts-Reflexion: Januar 2019

Internationale Solidaritäts-Reflexion

Migration und erzwungene Umsiedlung

Januar 2019

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Shalom icon - refugeesEinführung

„Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt 25, 35)
Jeder Fremde, der an unsere Tür klopft, gibt uns Gelegenheit zur Begegnung mit Jesus Christus, der sich mit dem aufgenommenen oder abgelehnten Gast jeder Zeitepoche identifiziert (vgl. Mt 25, 35-43). Der Herr vertraut der mütterlichen Liebe der Kirche jeden Menschen an, der gezwungen ist, die eigene Heimat auf der Suche nach einer besseren Zukunft zu verlassen. Diese Fürsorge muss konkreten Ausdruck in jedem Abschnitt der Erfahrung der Flüchtlinge finden: von der Abfahrt bis zur Reise, von der Ankunft bis zur Rückkehr. Es ist eine große Verantwortung, die die Kirche mit allen Glaubenden und Menschen guten Willens teilen möchte, die gerufen sind, auf die zahlreichen durch die gegenwärtigen Flüchtlingsbewegungen hervorgerufenen Herausforderungen mit Großzügigkeit, Engagement, Klugheit und Weitblick zu antworten, jeder freilich gemäß den eigenen Möglichkeiten. („Die Migranten und Flüchtlinge aufnehmen, beschützen, fördern und integrieren“, Botschaft von Papst Franziskus zum 104. Welttag der Migranten und Flüchtlinge, 14. Januar 2018)

Aufruf zum Gebet

Jesus war auch ein Migrant. Jesus wurde außerhalb der Stadt geboren, „weil für ihn kein Platz in der Herberge war.” (Lk 2, 7) Die frühe Kindheit Jesu schließt das Erleben erzwungener Migration der Heiligen Familie ein. Er verbrachte seine frühen Jahre in einem fremden Land. (Mt 2, 14f)

Mögen wir Jesus in der leidenden Menschheit unserer Zeit sehen, in denjenigen, die gezwungen sind, Regierungen, von denen sie unterdrückt werden zu entfliehen, und in solchen, deren Land nicht mehr die nötige Nahrung liefert. Seien wir dankbar, dass Jesus „unter uns gewohnt hat“, um uns den Weg zu zeigen. (Joh 1, 11-14)

Erfahrung

Migration in der ganzen Welt: Nach dem Internationalen Migrationsbericht 2017 der Vereinten Nationen der , Abteilung für Wirtschaft und Soziales, erreichte die Zahl der Migranten im Jahr 2017 258 Millionen, verglichen mit 248 Millionen im Jahr 2015.

  • 48% davon waren Migrantinnen.
  • ungefähr 31% der internationalen Migranten kommen nach Asien, 30% nach Europa, 26% nach Nord- und Südamerika, 10% nach Afrika 10% und 3% nach Ozeanien.

Migration aus Honduras: Ich teile mit Ihnen den Schmerz über den massiven EXODUS von Tausenden Honduranern, der schon über einen Monat andauert. Sie fliehen vor den unerträglichen Lebensbedingungen in unserem Land. Wir haben Kinder, Frauen, Jugendliche, Männer, kurz gesagt, ganze Familien gesehen, die verzweifelt ihr Leben retten wollten.
Die alarmierenden Gründe für die Vertreibung unserer Bevölkerung sind Krieg, Gewalt, extreme wirtschaftliche Ungleichheit, Korruption, Straflosigkeit, fehlende Lebensmöglichkeiten (Beschäftigung, Gesundheit, Bildung, Wohnraum usw.). Entweder haben sie Angst um ihre Zukunft oder sie sehen einfach keine Zukunft.

Reflexion

Wir sind uns bewusst, dass es an den meisten Orten, an denen Schulschwestern v. U. L. Fr. leben, Migranten gibt. Sie sind ein dringendes weltweites Anliegen. Die Richtungweisende Erklärung unseres 24. Generalkapitels verpflichtet uns, „als Kongregation zu erkennen, auf welche weltweit wichtigen und dringenden Anliegen wir zu antworten gerufen sind und mutige Schritte zu setzen und überraschende Wege zu finden.“ (Ihr seid gesandt, K 17; GD 36-38)

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung würdigt erstmals den Beitrag der Migration zur nachhaltigen Entwicklung. Elf der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung enthalten Ziele und Indikatoren, die für Migration oder erzwungene Umsiedlung relevant sind. Das Grundprinzip der Agenda „Lassen Sie niemanden zurück“ bezieht sich auch auf Migranten.

Akion

  • Wie wird mein persönliches bzw. gemeinschaftliches Leben sowie mein apostolischer Dienst von dieser weltweiten Realität der Migration beeinflusst?
  • Wozu sind wir in dieser Zeit aufgerufen?

Schlussgebet

Bereite uns darauf vor, Herr, uns selbst ins Unmögliche zu begeben, denn im Unmöglichen ist deine Gnade und deine Gegenwart verborgen. Wir können nicht in ein Vakuum fallen. Die Zukunft ist ein Rätsel; unser Weg führt uns in einen Nebel, aber wir sehnen uns danach, auch weiterhin unseren Teil zu geben, weil Du in der Dunkelheit wartest mit tausend menschlichen Augen, die von Tränen überströmen. Amen.

Flucht nach Ägypten; Künstler: Gentile da Fabriano, 1423. Quelle: Wikimedia Commons
Obiges Foto genutzt mit Erlaubnis. Fotograf: Trasmo; Quelle:  Pixabay

Vorbereitet von Schwester Rosa Maria Trochez, ALC- Honduras, für das Internationale Shalom Büro, Rom, Italien
Grafik: Richtungweisende Erklärung, 24. Generalkapitel. Design: Kongregationsweites Kommunikationsbüro

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2019-01-03T22:05:07+00:00

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