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Internationale Solidarität Reflexion

Frauen und Kinder

März 2018

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Einführungicon - women and girls

Wie ein roter Faden zieht sich ein Anliegen durch unsere Apostolate: vorrangig Mädchen und Frauen zu ermutigen, zu befähigen, zu unterstützen. Die Richtungweisende Erklärung des 24. Generalkapitels gipfelt in der Aufforderung, Frauen des Friedens, der Hoffnung und der Liebe im Herzen der Welt zu sein.
Es geht also um beides: Sein und für andere da sein, vor allem für Frauen, die unserer Solidarität bedürfen.

Aufruf zum Gebet

Gott, unser Vater und unsere Mutter, wir sind deine geliebten Töchter. Lass uns in Dankbarkeit für diese Gnade die Botschaft der Freiheit und Gerechtigkeit weitersagen und mit Taten der Solidarität verwirklichen. Amen.

Erfahrung

… in einer Beruflichen Schule für Frauen

Zeynep kommt oft zu spät zur Schule, manchmal auch gar nicht. Wenn sie jedoch da ist, beteiligt sie sich aktiv, ist wissbegierig und eifrig, obwohl sie oft müde wirkt. Dabei ist es für sie sehr schwer, eine Ausbildung mit spezifischer Fachsprache zu absolvieren, da sie zwar drei weitere Sprachen kann, jedoch erst wenige Jahre deutsch lernt. Ihre äußerst hohe Motivation, einen Abschluss zu erwerben, wird für mich verständlich, als ich nach und nach erfahre, dass sie von ihrem Mann schlecht behandelt wird, auch Gewalt ist im Spiel. Manchmal fehlt es ihr am Nötigsten, er gibt ihr zu wenig Geld, um Essen zu kaufen. Vor kurzem eskalierte die Situation, Zeynep bleibt momentan nur noch um des Kindes willen in der gemeinsamen Wohnung, hat nachts Angst, da ihr Schlafzimmer keinen Schlüssel hat. Sie will sich scheiden lassen, doch sogar beim Gerichtstermin reagiert ihr Mann so heftig, dass die Verhandlung verschoben wird.

Reflexion

  • Wo begegne ich in meinem Alltag Frauen, die Unterstützung brauchen?
  • Was heißt es für mich, ihnen in dieser alltäglichen Situation als Frau des Friedens, der Hoffnung und der Liebe zu begegnen?
  • Betrachten wir unseren Glauben aus der Perspektive einer Frau:

ICH GLAUBE AN GOTT,
der die Frau und den Mann
nach seinem Bild geschaffen und
beiden die Erde anvertraut hat.

ICH GLAUBE AN JESUS,
Gottes Kind,
geboren aus einer Frau,
der auf die Frauen hörte und sie liebte.
Dem Frauen als Jüngerinnen folgten und
ihm mit ihrem Vermögen dienten.

ICH GLAUBE AN JESUS,
der mit einer Frau am Brunnen
über Theologie gesprochen
und ihr als erster anvertraut hat,
dass er der Messias ist.

ICH GLAUBE AN JESUS,
der sich von einer Frau in Simons Haus salben ließ,
der die männlichen Gäste zurechtwies,
die sich darüber empörten
und der prophezeite,
dass man sich erinnern werde
an die Tat dieser Frau.

ICH GLAUBE AN JESUS,
der sich mutig hinwegsetzte
über das uralte Gesellschaftstabu des Blutes,
indem er die kühne Frau heilte,
die es gewagt hatte, ihn zu berühren.

ICH GLAUBE AN JESUS,
der von Gott gesprochen hat
wie von einer Frau,
die ein Geldstück verlor und
den Boden kehrte, um es zu finden.

ICH GLAUBE AN JESUS,
der mit Ehrfurcht gedacht hat
über Schwangerschaft und Geburt
– nicht als einer Strafe,
sondern als Loslösung,
Bild des Neugeborenwerdens
von der Angst zur Freude.

ICH GLAUBE AN JESUS,
der zuerst Magdalena erschienen ist
und sie fort sandte mit der explodierenden Botschaft:
Geh und sage es den anderen …

ICH GLAUBE AN DIE FÜLLE DER ERLÖSUNG DURCH DEN HERRN,
dem es nicht darauf ankommt,
ob Mann oder Frau,
Jude oder Heide, Sklave oder Freier,
weil wir alle eins sind in der Erlösung.

ICH GLAUBE AN DEN HEILIGEN GEIST,
den weiblichen Geist Gottes,
die lebensspendende Mutter. Amen.

nach Rachel Conrad Wahlberg, “Woman’s Creed“, No Longer Strangers, online: ecumenicalwomen.org 

Aktion

  • Schließen wir uns dem Weltgebetstag der Frauen an, der jedes Jahr am ersten Freitag im März begangen wird. https://weltgebetstag.de
  • Betrachten wir mit unseren Schwestern und Frauen unserer Umgebung das Bild von Sr. M. Sigmunda May zu Joh 20,17 ff. Lesen wir die Schriftstelle und teilen wir unsere Ge-danken zu dem Bild und dem Glaubensbekenntnis einer Frau.
Holzschnitt der Ordensfrau Sr. Sigmunda May (1937 – 2017)

Holzschnitt der Ordensfrau Sr. Sigmunda May (1937 – 2017)

Schlussgebet

Dreifaltiger Gott,
Du hast Maria von Magdala gesandt, den anderen zu verkünden:
Das Leben ist stärker als der Tod,
die Hoffnung stärker als der Zweifel,
die Gerechtigkeit Gottes stärker als jede Diskriminierung und die Liebe besiegt den Hass.
Lass uns diese Botschaft immer tiefer er-fassen und durch unser Sein bezeugen im Herzen der Welt.
Amen.

Vorbereitet von M. Gisela Hörmann für das Internationale Shalom-Büro, Rom, Italien
Grafik: Richtungweisende Erklärung, 24. Generalkapitel. Design: Kongregationsweites Kommunikationsbüro

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