Jugend und Mission

Kürzlich besuchten Schulschwestern das SEDOS-Seminar Jugend und Mission das vom 30. April bis 4. Mai 2018 in Ariccia, Italien, stattfand.

Was ist SEDOS

Schwester Kathy Schmittgens

Was ist SEDOS? SEDOS (Service of Documentation und Study on Global Mission = Dienst für die Dokumentation und das Studium der weltweiten Mission) ist ein Forum für Institute des geweihten Lebens, die sich verpflichten, ihr Verständnis für weltweite Mission zu vertiefen.

SEDOS begann während des Zweiten Vatikanischen Konzils, als sich neun Missionsgesellschaften informell in Rom trafen, um über Mission in der Kirche zu diskutieren. Die Gruppe leistete einen wesentlichen Beitrag zum Dokument des II. Vatikanischen Konzils Ad Gentes.

SEDOS konzentriert sich auf die Vertiefung des Verständnisses der Weltmission. Zu diesem Zweck werden Seminare, Konferenzen und Workshops organisiert, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Sprecher werden aufgrund ihrer großen Erfahrung im Missionsbereich ausgewählt.

Das Thema des Seminars, Jugend und Mission, ist wichtig für die Weltmission, denn im Oktober 2018 wird es eine Bischofssynode über die Jugend geben, und weil es den Wunsch gibt, Wege zu finden die Frohe Botschaft jungen Menschen in der heutigen Welt zu weiterzugeben.

Die jährlichen Seminare bieten Missionaren auf allen Kontinenten einen wunderbaren Ort, um die Situationen, Herausforderungen und Freuden der Mission zu teilen. Wir können lernen, was wir gemeinsam haben und was für jede Kultur einzigartig ist. Wir überlegen gemeinsam, wie die Mission Christi der Welt von heute mitgeteilt werden kann.

Mehr erfahren Sie unter https://sedosmission.org/

(Schwester Kathy ist Ratsmitglied im SEDOS Exekutivkomitee.)


Reflexionen von Teilnehmerinnen des diesjährigen Seminars

Schwester Kathleen Storms

Jede von uns, die an dem Seminar teilnahm, war von der Erfahrung bewegt. Wir haben kurze Reflexionen gesammelt, die Sie hoffentlich dazu motivieren werden, tiefer in die Präsentationen einzutauchen. Wir sind dankbar, dass unsere Gemeinschaft Mitglied von SEDOS ist und sie im Laufe der Jahre Schwestern eingeladen hat, an diesem jährlichen Seminar teilzunehmen. Aufgrund des Themas repräsentieren die Teilnehmer unterschiedliche Aspekte unserer Schulschwestern-Realität.


Schwester Martina Radež, Generalrätin

Ich wurde von Dr. Emilia Paladinos Worten herausgefordert:

„Unser religiöses Leben ist eine geregelte und bequeme Art zu leben. Es ist nicht attraktiv! Junge Menschen sehen in einem streng geregelten Leben keine Leidenschaft. Sie wollen glücklich sein. Warum sollten sie sich selbst zur Traurigkeit verurteilen?“ Das letzte Generalkapitel ruft uns zum authentischen Gemeinschaftsleben auf!

Und ich wurde durch die Worte von Michael Papenkordt bestätigt:

„Du musst nicht jung sein, um mit den Jugendlichen zu reden. Die Jugend sucht nach echten Jüngern.“


Schwester Carolyn Anyega,  Generalrätin

Ich fand das diesjährige SEDOS-Seminar zu Jugend und Mission inspirierend. Mit so vielen Ordensleuten und Laien aus so vielen Ländern und Ordensgemeinschaften zu sprechen und zu hören war für mich sehr anregend. Ich habe gelernt, dass viele junge Menschen sich zu religiösen Gemeinschaften hingezogen fühlen, die authentisch, einladend und glücklich sind, dass die Jugendlichen nicht angesprochen, sondern begleitet werden müssen und ihnen zugehört werden muss. Daher entscheide ich mich dafür, eine authentische Frau zu sein, die ihrem Gelübde treu bleibt, für die Gemeinschaft und die Jugend da ist, sich ganz hingibt und bereit ist, sich dabei zu verändern.

Es war sehr hart, einige der Erkenntnisse aus der Forschung zu hören, die in den USA durchgeführt wurde, wie Bruder Paul, Kongregation des Heiligen Kreuzes, erklärte, dass die Jugendlichen die Ordensleute als bequem und traurig ansehen. Ich beschließe, in meinem Ordensleben Freude zu finden und auszustrahlen, meine Berufungsgeschichte zu erzählen und auf meine Schwestern zu hören; Gott zu erlauben, mein Herz zu berühren und zu beeinflussen, denn wenn ich nicht bekehrt werde, kann ich nicht die Jugendlichen zu Christus führen.


Schwester Cristiane Martins da Rocha

Ich wurde vom Generalrat eingeladen, an dem SEDOS-Seminar über weltweite Mission mit dem Thema ‚Jugend und Mission‘ vom 30. April bis 4. Mai 2018 teilzunehmen. Es war ein exzellenter internationaler Kongress mit multikultureller Erfahrung und er war gleichzeitig herausfordernd. Der Inhalt der Vorträge trug sehr zu meiner Bildung und meinem Wissen bei.

Ich war berührt von einem Kommentar in einem der Vorträge, dass wir an die Jugend dieses neuen Jahrtausends glauben und Zeugen von Freude und Mut als geweihte Frauen sein müssen. Wir wurden gefragt: Wie nähern wir uns der heutigen Jugend? Kennen wir ihre Träume und Wünsche? Wissen wir, was sie suchen?
Eine weitere Beobachtung brachte mich dazu, darüber nachzudenken, wie wir menschliche Beziehungen im Gemeinschaftsleben aufbauen. Dies ist heute ein wichtiger Aspekt für die jungen Menschen, wenn sie ihre Berufung erkennen.

Das Seminar war eine großartige Erfahrung, mit Ordensleuten und Laien aus verschiedenen Teilen der Welt, Frauen und Männern, die Jesus Christus nachfolgen, verbunden zu sein und ihre Freude und Dankbarkeit über den Ruf Gottes auszudrücken. Angesichts der Herausforderung der Sprache war ein Lächeln oder eine Geste für mich die beste Kommunikation.

Ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit, an diesem Seminar teilnehmen zu können.


Schwester Kathleen Storms, Generalrätin

Wann warst du das letzte Mal „voller Enthusiasmus“?

Michael Pappenkordt sprach in seinem Vortrag über Evangelisierung davon, dass der Verkünder zuerst selbst evangelisiert werden muss, bevor seine Botschaft von anderen gehört werden kann. Diese Nachricht hat etwas tief in mir berührt.

Als professionelle Lehrerin, geistliche Begleiterin, Missionarin und Leiterin ist es einfach, verkopft zu bleiben und sich nicht zu der Botschaft zu bewegen, die in unseren Herzen brennt. Er sprach so deutlich, dass die Jungen Gottes Botschaft der Liebe und des Mitgefühls von jedem hören können, unabhängig von Alter oder Dienst. Er lud uns ein, Evangelisation an den Straßenecken unseres Lebens auszuüben – überall dort, wo uns das Leben begegnet. Wir können der namenlose Emmaus-Jünger sein, der die ganze Geschichte von Jesu Leben gehört hat und dadurch verändert wurde.

„Die Liebe gibt alles“ ruft uns zu dieser Leidenschaft und Energie auf. Ich fühle, dass mein Herz brennt, um aufgrund dessen, was ich erlebe, verändert zu werden. So funktioniert das Evangelium.


Novizin Esther Peter Bassey

Ich komme aus Nigeria und bin Novizin der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau. Angesichts der vielen Möglichkeiten im Leben, die mich ursprünglich zum religiösen Leben hinzogen, war es meine Tante, die Ordensfrau ist. Ich wollte Gott in dieser Lebensweise dienen.

Ich entschied mich, Missionarin zu werden, weil ich Gott durch einen aktiven Dienst dienen wollte. Ich war auch daran interessiert, Menschen aus anderen Kulturen und Hintergründen kennen zu lernen und mit ihnen zu leben. Mein Cousin, ein Priester und ein geistlicher Begleiter waren wichtige unterstützende Figuren während meiner geistlichen Unterscheidung. Mein persönliches Gebet und die Besuche von Gemeinschaften verschiedener Kongregationen, bei denen ich erleben konnte, wie die Schwestern ihr Gebetsleben und ihre Sendung / ihr Charisma leben, waren sehr hilfreich für mich in meiner geistlichen Unterscheidung.

Als ich einige Gemeinschaften besuchte, waren detaillierte Informationen über ihr Leben und Charisma nicht verfügbar. Dies machte die Entscheidung zur Herausforderung.

Meine Familie unterstützte mich in meiner Entscheidungsphase sehr, besonders die Familie meiner Mutter, die fromme Katholiken sind.

Als junge Ordensfrau sind meine aktuellen Herausforderungen interkulturelles und generationenübergreifendes Leben. Lebensmittelprobleme und das andere Klima waren ebenfalls Herausforderungen. Meine größte Hoffnung für das zukünftige Ordensleben ist, dass wir uns mehr Fähigkeiten im interkulturellen und generationenübergreifenden Leben aneignen.

Ich möchte den Ausbildungsleiterinnen raten, kreativ und rücksichtsvoll in der Anwendung moderner Technologien zu sein, zum Beispiel bei der Verwendung von Telefonen, Computern (Laptops) und Internetdiensten. Sie sollten offen sein, interessierte Frauen als die anzunehmen, die sie sind, ohne Vorurteil und sie offen und herzlich willkommen zu heißen. Bestätigen Sie sie und fordern Sie sie heraus, wenn es nötig ist. Junge interessierte Frauen sollten die Freiheit haben, ihre Gemeinschaft selbst zu wählen. Die Leiterinnen müssen auf die reiche Lebenserfahrung neuer Mitglieder hören und keine Widerstände gegen sie aufbauen.


Schwester Eunice Dagi 

Meine Berufung als Ordensfrau leben

Das SEDOS Seminar war eine tolle Woche. Das übergreifende Thema war Jugend und Mission. Das Seminar begann mit einem Sketch über Elija und der armen Witwe, basierend auf der Heiligen Schrift. Der Punkt: Bring deine kleine Gabe, die du hast, zu Gott und Gott wird sie vermehren. Oft lädt Gott uns zu einem Projekt ein und wir bringen die Entschuldigung, dass wir in diesem Bereich nicht begabt sind. Durch Elija sagte Gott der Witwe, sie solle ihr letztes Essen teilen, und als sie es teilte, vermehrte sich alles. Lassen Sie uns auf die gleiche Weise antworten, wenn Gott uns ruft, lassen Sie uns wagen, ohne Zögern zu antworten; Gott wird unsere Gaben vervielfältigen.

In dieser Woche haben wir festgestellt, dass jedes Mitglied der Kongregation für die Förderung der Berufung verantwortlich ist. Es könnte eine Schwester geben, die im Vollzeit-Dienst daran arbeitet, aber Berufungsarbeit endet nicht bei ihr. Sie ist nur eine Person. Was immer sie im Alleingang tut, wird nicht viel bewirken. Wenn jedoch jedes Mitglied der Gemeinschaft sich bewusst ist, dass sie etwas für neue Mitglieder einbringt und aktiv daran teilhat, indem sie anwesend ist und ihr Leben mit den Suchenden teilt, werden mehr junge Frauen zu uns kommen und bei uns bleiben.

In diesen Tagen wurde auch bekräftigt, dass jede von uns auf einzigartige Weise das Feuer und den Eifer teilen kann, die in uns waren, als wir über unsere Berufung zum Ordensleben nachdachten und wir auch in den ersten Jahren unseres Ordenslebens. Wenn dieser Eifer nicht mehr da ist, suchen Schwestern nach Wegen, diesen wieder zu entzünden, sich Gott neu hinzugeben und wirklich zu leben, was wir gelobt haben. Papst Franziskus spricht über die authentische Freude, die aus unserer Begegnung mit Gott kommt. Der Glanz dieser Freude lädt nicht nur junge Frauen zu uns ein, sondern strahlt auch Unbeschwertheit in unsere Umgebung und die Welt. Wir müssen diese magnetische Energie sein, dass, wenn wir einen Ort betreten, sofort positive Energie auf jede Person verteilt wird. Wenn wir vor vielen Jahren JA gesagt haben, Jesus auf radikalere Weise zu folgen, was hindert uns daran, dieses Leben heute zu leben, da diese Freude und dieser Friede am meisten gebraucht werden?

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