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Internationale Solidarität Reflexion

Solidarität mit der ganzen Schöpfung

September 2019

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Einführung

icon-Solidarity with all creationWenn wir über Solidarität mit der ganzen Schöpfung nachdenken, feiern wir auch die Zeit der Schöpfung. Das Thema für 2019 lautet „Netz des Lebens: Artenvielfalt als Gottes Segen“. Wir überlegen, wie wichtig die biologische Vielfalt für das Wohlergehen des gesamten Planeten ist, einschließlich der Menschheit!

Aufruf zum Gebet

Wir versammeln uns im Namen des dreieinigen Gottes, des Schöpfers, Erlösers und Erhalters der Erde und all ihrer Geschöpfe!

Lob sei der Heiligen Dreifaltigkeit! Gott ist Klang und Leben, Schöpfer des Universums, Quelle allen Lebens, dem die Engel singen; Wunderbares Licht aller Geheimnisse, die der Menschheit bekannt oder unbekannt sind, und Leben, das in allen lebt. (Hildegard von Bingen, 1098-1179)

Erfahrung

Es hat schon andere Arten des Massensterbens auf unserem Planeten gegeben. Zum Beispiel die Epoche, in der die überwiegende Mehrheit der Dinosaurier verschwand. Das gegenwärtige Zeitalter, in dem wir leben, ist jedoch durch einen beispiellosen und raschen Artenverlust gekennzeichnet. Warum sorgen wir uns?
Papst Franziskus spricht diese Frage in Laudato Si (# 89) an:

Die Geschöpfe dieser Welt können nicht als ein herrenloses Gut betrachtet werden: „Alles ist dein Eigentum, Herr, du Freund des Lebens“ (vgl. Weish 11,26). Das gibt Anlass zu der Überzeugung, dass sämtliche Geschöpfe des Universums, da sie von ein und demselben Vater erschaffen wurden, durch unsichtbare Bande verbunden sind und wir alle miteinander eine Art universale Familie bilden, eine sublime Gemeinschaft, die uns zu einem heiligen, liebevollen und demütigen Respekt bewegt. Ich möchte daran erinnern, dass „Gott uns so eng mit der Welt, die uns umgibt, verbunden [hat], dass die Wüstenbildung des Bodens so etwas wie eine Krankheit für jeden Einzelnen ist, und wir […] das Aussterben einer Art beklagen [können], als wäre es eine Verstümmelung“.

Wir können diesen Verlust nicht täglich persönlich sehen oder fühlen. Aber es gab zum Beispiel einmal 8.000 Apfelsorten. Heute sind es nur noch ca. 100 und Sie sehen wahrscheinlich weniger als ein Dutzend im Supermarkt.

Wir hören auch von der verzweifelten Not der Bienenpopulation. Übermäßiger Einsatz von Chemikalien sowie der Verlust des Lebensraums führen dazu, dass Bienen in die Kategorie der „gefährdeten“ Arten eingestuft werden. Ohne Bienen müssten die meisten unserer Pflanzen von Hand bestäubt werden oder würden selbst ebenfalls aussterben. Es gibt wirklich ein „Netz des Lebens“, in dem „alles miteinander verbunden ist“.

Was ist passiert, um einen solchen Verlust zu verursachen?

Paul Andersen bei Bozeman Science https://youtu.be/vCkDxD0DV0Q) beschreibt diese Ursachen mit dem Akronym HI COP.

Habitat Loss  – Verlust des Lebensraumes

Invasion of Non-native Species – Invasion nicht heimischer Arten

Climate Change – Klimawandel

Over-harvesting – Überernte

Pollution – Umweltverschmutzung

Reflexion

Jeder von uns ist ein Knotenpunkt im Netz des Lebens. Setzen Sie sich hin und denken Sie über alle Verbindungslinien in der erschaffenen Welt nach, die Sie berühren, und über alle Verbindungslinien, die von Ihnen ins Universum hinausgehen. Stellen Sie sich vor, was in Ihrem Leben anders sein könnte, wenn viele dieser Verbindungen gekappt werden? Was würde verloren gehen, wenn Ihr Lieblingsgebetsplatz von einem Bulldozer zerstört würde? Was würde verloren gehen, wenn Blumen nicht mehr bestäubt würden? Was wären die Folgen, wenn große Teile Ihres Landes überflutet oder in Wüste verwandelt würden? Überlegen Sie nun, welche Verbindungen durch Ihre Nachlässigkeit verloren gehen würden. Was ändert sich in der Welt, wenn Sie gleichgültig werden? Wie nimmt das Chaos in der Welt zu, weil ich nicht sorgfältig mit dem Müll umgehe? Was stirbt oder wer wird krank, wenn ich giftige Chemikalien benutze?
Verbinden Sie sich jetzt bewusst wieder mit der Pracht der Schöpfung.

Aktion

  1. Erfahren Sie mehr über die Tierwelt und die Ökologie Ihrer Region. Finden Sie heraus, welche Arten von Pflanzen oder Tieren gefährdet sein können.
  2. Denken Sie nach über Die Liebe gibt alles Abschnitte 2 und 6.
  3. Lesen Sie mehr über den Klimagipfel der Vereinten Nationen im September unter www.un.org/en/climatechange.
  4. Vertiefen Sie sich in Musik, die die Schöpfung feiert.
  5. Quellen für Gebete und Aktivitäten finden Sie unter www.seasonofcreation.org, www.catholicclimatemovement.global (jeweils in Englisch) und https://www.oekumene-ack.de/themen/glaubenspraxis/oekumenischer-tag-der-schoepfung/2019/ (Deutsch, Materialien finden Sie unter dem dort angegebenen Programm)

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten deiner Geschöpfe, der du alles, was existiert, mit deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft deiner Liebe ein, damit wir das Leben und die Schönheit hüten. Überflute uns mit Frieden, damit wir als Brüder und Schwestern leben und niemandem schaden.

Schöpferischer Geist erleuchte unsere Herzen und bleibe mit/in Deiner Welt.

Lehre uns, den Wert von allen Dingen zu entdecken und voll Bewunderung zu betrachten; zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.

Schöpferischer Geist erleuchte unsere Herzen und bleibe in Deiner Welt.

Danke, dass du alle Tage bei uns bist. Wir bitten dich, ermutige uns in unserem Kampf für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.

Schöpferischer Geist erleuchte unsere Herzen und bleibe mit/in Deiner Welt.

Nach dem Gebet für die Erde, Papst Franziskus, Laudato Si’

Vorbereitet von Schwester Kathy Schmittgens im Internationalen Shalom Büro, Rom, Italien
Grafik: Richtungweisende Erklärung, 24. Generalkapitel. Design: Kongregationsweites Kommunikationsbüro

 

 

 

 

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