Internationale Solidarität Reflexion

Frauen und Kinder

März 2018

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Einführung

Tiefer Glaube und wahre Großmut drängten Mutter Theresia, ihr Letztes zu wagen, um der Not dort zu begegnen, wohin immer sie gerufen wurde. In ihrem Geist antworten wir dem Anruf Gottes, der uns in unserer Zeit erreicht. … wie Mutter Theresia schließen wir niemanden von unserer Sorge aus, wenden uns aber vor allem den Kindern und Jugendlichen sowie den Frauen zu und fühlen uns gedrängt, den Armen den Vorrang zu geben.“ (Ihr seid gesandt, K 24)

 Als eine internationale Kongregation können wir den Internationalen Frauentag am 8. März nutzen, um über unsere Bemühungen zur Förderung der Würde von Frauen und Kindern nachzudenken. Es ist auch ein geeigneter Zeitpunkt, über die erreichten Fortschritte zu reflektieren, mehr Veränderungen zu fordern und den Mut und die Entschlossenheit von Frauen zu feiern, die aufgestanden sind und eine Schlüsselrolle in der Geschichte ihrer Länder und Gemeinschaften gespielt haben (Verweis: Webseite: Vereinte Nationen – Internationaler Frauentag)

Aufruf zum Gebet

Barmherziger und liebender Gott, hilf uns, auf die Situation von Frauen und Kindern in unserer Gegend und in der weiteren Umgebung aufmerksam zu sein, damit wir konkrete Maßnahmen ergreifen können, um die Würde jeder Einzelnen zu fördern. „Für uns bedeutet Erziehung, die Menschen hinzuführen zu ihrer vollen Entfaltung als Geschöpf und Abbild Gottes, und sie zu befähigen, ihre Gaben einzusetzen, um die Erde menschenwürdig zu gestalten.“   (ISG, K 22)

Möge dies unsere Verpflichtung sein im Namen unseres Lehrers Jesus Christus. Amen.

Erfahrung

Am 25. November 2017, dem Internationalen Gedenktag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen, sprachen mehrere Gruppen in sozialen Netzwerken über die jüngsten Fälle in Peru. „Die Dinge haben sich nicht verändert.“ Dies ist der Satz, der den in sozialen Netzwerken verbreiteten Ruf nach einem neuen Marsch „Ni Una Menos“ („Keine mehr“) zusammenfasste. Er ist gerichtet gegen die aggressiven Handlungen, die Tausende von Frauen im Land erleiden. In weniger als einer Woche haben drei Fälle das Land heimgesucht: die Angriffe gegen die Ehefrau Lorena, der Fall Vanessa, die durch die Hand ihres Ex-Ehemanns entstellt wurde, und der Fall von Micaela, die von ihrem Lebensgefährten durch die Straße zu ihrer Wohnung geschleift wurde. Tausende von Menschen nahmen an dem Marsch zum Plaza San Martín im Zentrum von Lima teil und erhoben ihre Stimme, um geschlechtsspezifische Gewalt in ihren verschiedenen Ausdrucksformen abzulehnen. Mehrere Ordensfrauen nahmen an dem Marsch teil, unsere Schwestern Lucy und Lili eingeschlossen.

Ein zweites Beispiel ereignete sich im Februar 2018 in unserer gleichen Gegend in San Juan de Lurigancho in Lima, wo das elfjährige Mädchen Jimena nach der Teilnahme an einem Kunsthandwerk-Workshop, der während des Sommerferienprogramms für Kinder in der Canto Rey Polizeistation stattfand, nicht mehr nach Hause kam. Am nächsten Morgen tauchte die verbrannte und geschändete Leiche des Mädchens mitten auf der öffentlichen Hauptstraße auf. Die Familie des ermordeten Mädchens rief zu einem Volksmarsch am 8. Februar 2018 auf, um Sicherheit und eine exemplarische Bestrafung bei Vergewaltigung von Minderjährigen zu fordern. Jimenas Vater sagte, dass die Mobilisierung unter dem Titel „Marsch für Gerechtigkeit, Sicherheit und Frieden für unsere Kinder“ an den Kongress gerichtet sei, um bessere Gesetze zu fordern, damit Mädchen geschützt und Vergewaltiger bestraft werden können. Unsere Schwester Lucy nahm auch an diesem Marsch teil.

Reflexion

Gewalt gegen Frauen ist jede Handlung oder jedes Verhalten, wodurch der Tod von Frauen und / oder körperlicher, sexueller oder psychischer Schaden im öffentlichen oder privaten Bereich verursacht wird. Gewalt unterscheidet nicht zwischen ethnischen Gruppen, Einkommensniveau, Kultur, Bildung, Religion, Alter oder Geschlecht.

Für den Besuch von Papst Franziskus am 19. Januar 2018 in Puerto Maldonado im peruanischen Amazonas-Regenwald wies die Ortskirche darauf hin, dass die Ankunft von Goldsuchern und die Ausbeutung des Territoriums durch den Bergbau die Geißel der sexuellen Ausbeutung von Mädchen und Frauen gefördert hätten. Papst Franziskus verurteilte den „Menschenhandel“. „Es tut weh zu sehen, wie in diesem Land, das unter dem Schutz der Mutter Gottes steht, so viele Frauen derart entwertet, verachtet und endloser Gewalt ausgesetzt werden. … Gewalt gegen Frauen darf man nicht als „normal“ ansehen, während eine Machokultur aufrechterhalten wird, die nicht die zentrale Rolle von Frauen in unseren Gemeinschaften anerkennt. Es ist uns nicht erlaubt, liebe Brüder und Schwestern, wegzuschauen und zuzulassen, dass auf der Würde so vieler Frauen, besonders der jüngeren, „herumgetrampelt“ wird.“ (Papst Franziskus, Begegnung mit der Bevölkerung, Institut Jorge Basadre, Puerto Maldonado, 19. Januar 2018)

… dazu gibt es eine weitere Verwüstung des Lebens, die mit dieser Umweltvergiftung durch den illegalen Bergbau einhergeht. Ich beziehe mich auf den Menschenhandel: die Sklavenarbeit oder den sexuellen Missbrauch. Die Gewalt gegenüber Jugendlichen und gegenüber Frauen ist ein Klageschrei, der zum Himmel steigt.“ (Begegnung mit den Völkern Amazoniens, Freilufttheater „Madre de Dios“, Puerto Maldonado, Freitag, 19. Januar 2018)

Wie sieht die Situation in Ihrem Land insbesondere für Frauen und Kinder aus? Haben sie ein annehmbares Leben und können sie sich zu guten Erwachsenen in der Gesellschaft entwickeln und weiterbilden?

Aktion

  • Bekräftigen Sie die Würde aller Menschen und fordern Sie die Achtung ihrer Rechte, insbesondere derjenigen, die sich in einer Situation befinden, in der sie verwundbar sind.
  • Seien Sie aufmerksam für die tatsächliche Situation von Frauen und Kindern in Ihrem Land. Beten Sie, dass sie nicht misshandelt oder missbraucht werden. Melden Sie bekannte Fälle.
  • Verbinden Sie sich mit einem Netzwerk, das sich dafür einsetzt, Menschenhandel zu beenden. Informieren Sie sich über dieses universelle Problem und finden Sie heraus, welche positiven Maßnahmen Sie ergreifen können. (Eine Anlaufstelle könnte die Konferenz der Ordensleute in Ihrem Land sein. Zum Beispiel: Das Internationale Netzwerk von Ordensleuten ‚Talitha Kum‘)

 Schlussgebet

Der dreifaltige Gott drängt uns, Frauen des Friedens, der Hoffnung und der Liebe im Herzen dieser Welt zu sein. (SSND Richtungweisende Erklärung, 24. Oktober 2017)

Gott, der Schöpfer, sorge für euch alle und erhalte euch standhaft und treu in eurem heiligen Berufe!

Gott, der Sohn, erlöse euch von allem Übel der Sünde; er sei euch der Weg, den ihr geht, die Wahrheit, der ihr folgt, das Leben, das ihr führt!

Der Heilige Geist bewahre euch in seiner Liebe und Gnade!

Maria, die Mutter der göttlichen Gnade und unsere Ordensmutter, nehme euch alle in ihr mütterlich liebevollstes Herz auf und stehe euch bei im Leben und Sterben!  (Segen Mutter Theresias)

Vorbereitet von M. Yvonne Nosal, SSND – ALC, für das Internationale Shalom-Büro, Rom, Italien
Grafik aus der Richtungweisenden Erklärung, 24. Generalkapitel. Design: Büro für die kongregationsweite Kommunikation.

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