Internationale Solidarität Reflexion

Solidarität mit der ganzen Schöpfung

Juni 2018

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Einführung

Im Juni gibt es mehrere wichtige internationale Veranstaltungen. Der Weltumwelttag findet am 5. Juni statt mit dem Thema: „Sie (die Regenwälder) waren vor uns in Ordnung, jetzt brauchen sie uns“, es lädt uns ein, die Regenwälder der Welt durch weniger Konsum zu retten und „die Lungen unseres Planeten“ zu schützen.“
Der Welt-Ozean-Tag am 8. Juni feiert die Heiligkeit der Ozeane, der Quelle des Lebens. Er erin-nert mich an die Geschichte eines Buckelwals, der in Hummerfallen vor der Küste von San Fran-cisco gefangen wurde. Ein Fischer bat um Hilfe und fünf Taucher in Taucheranzügen gingen daran, die Seile um den Körper des Wals zu durchschneiden. Ein Taucher erinnert sich an das Auge des Wals, das ihn aufmerksam beobachtete, als er das Seil durchschnitt, das sich im Maul des Wals verfangen hatte. Als der Wal befreit war, begann er in die offene See zu schwimmen. Plötzlich drehte er sich um, wandte sich an jeden Taucher, und benutzte seine Flosse, um einen kleinen Schubser des Dankes zu geben, und schwamm dann hinaus in das offene Meer. Die Taucher sagten, ihr Leben werde nie mehr dasselbe sein, nachdem sie diese tiefe Dankbarkeit erfahren hatten.
Der 17. Juni ist der Welttag der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre. Dieser Tag wird seit 1994 begangen, um die Welt auf die wachsende Gefahr der Wüstenbildung, insbesondere in Afrika, aufmerksam zu machen.

Aufruf zum Gebet

„Sättige mich heute, o Heiliger Geist, mit dem Duft der Felder und der Frische der Ozeane, die du geschaffen hast, und hilf mir, die anspruchsvollen und wundervollen Worte unseres Herrn Jesus Christus in aller Liebe zu hören und zu halten: Folge mir.“ (Mary Oliver, Devotions [Andachten], 2017)

Jesus nachzufolgen, der in Gemeinschaft mit den „Lilien des Feldes und den Vögeln der Luft“ lebte, ruft uns auf, unsere Naturschutzgebiete zu kennen und unseren Platz darin zu feiern.

Erfahrung

Entscheiden Sie sich dafür, draußen oder in der Nähe eines offenen Fensters zu beten, und da-bei Vogelgezwitscher zu hören, Luft zu spüren oder Bäume zu beobachten. … Wenn Sie mit an-deren beten, beschreiben Sie, was diesen Ort für Sie zu einem wertvollen Teil der Erde macht; sprechen sie miteinander über einige Aspekte, die diesen Ort für den größeren Zusammenhang der Gemeinschaft besonders macht.

Zum Beispiel: Ich lebe in St. Louis, Missouri, USA, am Ufer des Mississippi, der nach dem Ama-zonas, dem Nil und dem Yangtse Teil des viertgrößten Flusssystems der Erde ist. Das ist die wichtigste Zugroute für 325 Vogelarten, und ihre Wanderungen zeigen mir den Wechsel der Jahreszeiten.

Heilige Spuren der (präkolumbischen) Ureinwohner werden hier in Ehren gehalten und verehrt. Sie kampierten an diesen Ufern: Ich möchte ihre Anwesenheit wertschätzen in diesem Land, das mir von Ausdauer, Schönheit, Gemeinschaft spricht. Sie haben jedes Jahr vier Jahreszeiten durchlebt und nur das verwendet, was sie brauchten. Sie lebten in Harmonie mit einer reichhal-tigen Tierwelt, darunter Weißwedelhirsche, Stinktiere, Waschbären, Eichhörnchen, Murmeltie-re, Füchse und Vögel, die dankenswerterweise immer noch in diesem Land wohnen.

Reflexion

Am Pfingstfest 2015 veröffentlichte Papst Franziskus die Enzyklika Laudato Si ‚, die alle dazu aufruft, die Sprache der indigenen Völker zu lernen, um die Schreie der Erde zu hören und in Harmonie mit anderen Arten leben.

Papst Franziskus gibt uns einen neuen moralischen Kompass, indem er Patriarch Bartholomäus zitiert, der uns einlädt, unsere Sünden gegen die Schöpfung zuzugeben: „Dass Menschen die bio-logische Vielfalt in der göttlichen Schöpfung zerstören; dass Menschen die Unversehrtheit der Erde zerstören, indem sie Klimawandel verursachen, indem sie die Erde von ihren natürlichen Wäldern entblößen oder ihre Feuchtgebiete zerstören; dass Menschen anderen Menschen Schaden zufügen und sie krank machen, indem sie die Gewässer der Erde, ihren Boden und ihre Luft mit giftigen Substanzen verschmutzen – all das sind Sünden. Denn ‚ein Verbrechen gegen die Natur zu begehen, ist eine Sünde gegen uns selbst und eine Sünde gegen Gott.‘“ (Laudato Si’, 8)

In diesem Sinne betet Papst Franziskus: „Zeige uns unseren Platz in dieser Welt …“ (Laudato Si ‚, 246, letzter Absatz des Gebets)

Um unseren Platz in dieser Welt zu finden, habe ich nach positiven Beispielen für das Leben in Harmonie mit der Schöpfung gesucht. Eine einfache Geschichte, die auf Solidarität mit der Schöpfung fokussiert ist, gibt mir Hoffnung: Lesen mit Rover. Es ist ein Programm, um Kinder das Lesen zu lehren, indem sie einem Hund vorlesen. Beim Lesen mit Rover haben Kinder be-merkenswerte Fortschritte gezeigt, indem sie laut einem Therapiehund vorlesen, der speziell für diese Situation ausgebildet ist.

Handeln

  • Können Sie Beispiele für das Leben in Harmonie mit der Schöpfung in Ihrer Region nennen?
  • Einige von Ihnen reagieren eventuell darauf, indem sie Ihre Verwendung von Papier und Plastik einschränken, für systemische Veränderungen wie z.B. Einwanderungsreformen arbeiten, Pflanzen pflegen, in einem Garten arbeiten und Zeit draußen verbringen und dabei auf die Schönheit achten, die Sie umgibt.

Schlussgebet

Lasst uns Gott für die Schönheit unserer Erde danken, indem wir gemeinsam in der Stille – hoffentlich draußen – sitzen. Lasst uns auf den Gesang der Vögel hören, indem wir die heilende Gnade der Bäume erfahren, die im Wind rauschen, und die Tierwelt, die uns lehrt, wie man in Harmonie lebt. (Für 10 Minuten in Stille zusammen bleiben)

Vorgeschlagenes Lied: „This is My Song.” „Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht” (GL 463)

Vorbereitet von Sr. Judith Best, Provinz Central Pacific, USA, für das Internationale Shalom-Büro, Rom, Italien
Die Grafik wurde entnommen der Richtungweisenden Erklärung des 24, Generalkapitels.
Design: Kongregationsweites Kommunikationsbüro

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