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Internationale Solidarität Reflexion

Frauen und Kinder

März 2020

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icon - women and girls

Einleitung

Im Oktober 2019 fand in Rom die „Pan-Amazonas-Synode“ statt. Sie wurde von Papst Franziskus mit dem Thema „Neue Wege für die Kirche und für eine ganzheitliche Ökologie“ einberufen. 35 Frauen (Ordensfrauen, Missionarinnen, Laien und Einheimische) hatten eine besondere Rolle, nahmen teil und hatten ihren Raum. (vgl. L’Osservatore Romano, 28. Dez. 2019)

„Das Klima war geprägt von einem offenen, freien und respektvollen Austausch zwischen Bischöfen, Priestern aus dem Amazonasgebiet, Missionaren und Missionarinnen, gläubigen Frauen und Männern („Laien“) und Vertretern der indigenen Völker Amazoniens. Als Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden wir Zeugen eines kirchlichen Ereignisses, dem das Thema den Stempel aufgedrückt hat, weil es nachdrücklich darauf dringt, für die Kirche dieses Territoriums neue Wege einzuschlagen. In einem Klima, das getragen war von der Überzeugung, dass der Heilige Geist anwesend und seine Stimme zu hören war, hat man zu wahrhaftiger Zusammenarbeit gefunden. …

Die Synode war bestimmt von einem Klima der Geschwisterlichkeit und des Gebetes. Auf die Redebeiträge reagierte man mal mit Applaus, mal mit Gesängen, mal mit Pausen kontemplativen Schweigens. Außerhalb der Synodenaula haben bemerkenswert viele Menschen aus Amazonien die Synode durch verschiedene Aktivitäten und Prozessionen unterstützt, wie beispielsweise am Tag der Eröffnung, als sie den Heiligen Vater mit Liedern und Tänzen auf dem Weg vom Grab Petri zur Synodenaula begleiteten. Besonders bemerkenswert war der Kreuzweg der Märtyrer Amazoniens. Auch die massive Präsenz internationaler Medien ist hervorzuheben.“ (Schlussdokument der Amazonas Synode, #1)

Aufruf zum Gebet

Bitten wir Maria, die Mutter Amazoniens, alle Frauen und Kinder, die dort leben und leiden, zu beschützen und ebenso die Frauen des Geweihten Lebens, die täglich für das Evangelium Jesu Christi arbeiten und ihr Leben geben. Mögen ihr Leben und ihre Würde geachtet werden, und möge “der dreifaltige Gott uns drängen, Frauen des Friedens, der Hoffnung und der Liebe im Herzen dieser Welt zu sein.“ (Richtungweisende Erklärung, 24. Generalkapitel).

Erfahrung

„Amazonien umfasst mehr als 7,5 Millionen Quadratkilometer über neun Länder, die diesen großen natürlichen Lebensraum bilden (Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Peru, Surinam, Venezuela, einschließlich Französisch-Guayana) und es nimmt teil an sieben Bischofskonferenzen. …

Die Bevölkerung in diesem riesigen Gebiet beträgt ungefähr 34 Millionen Einwohner, von denen mehr als 3 Millionen Ureinwohner sind und mehr als 390 ethnischen Gruppen angehören….

In der Region Pan-Amazon muss den dort lebenden Ureinwohnern Vorrang eingeräumt werden. Diese Menschen waren, wie Papst Franziskus in Puerto Maldonado (19. Januar 2018) feststellte, noch nie so bedroht wie jetzt. Zweitens wurde dem Thema Umwelt, Ökologie und Sorge um die Schöpfung, unserem gemeinsamen Haus, Aufmerksamkeit geschenkt. All dies wurde im Lichte der Lehre und des Lebens der in der Region tätigen Kirche dargestellt. …

Obwohl sich das Thema auf ein bestimmtes Gebiet bezieht, wie beispielsweise die Region Pan-Amazonas – und aus diesem Grund sprechen wir über die ‚Pan-Amazonas-Synode‘-, gehen die diesbezüglichen Überlegungen über den regionalen Kontext hinaus, da sie die gesamte Kirche betreffen und auch die Zukunft des Planeten. Diese Überlegungen sollen eine Brücke zu anderen ähnlichen geografischen Gegebenheiten schlagen, beispielsweise zum Kongobecken, zum mittelamerikanischen biologischen Korridor, zu den tropischen Wäldern Asiens im Pazifik und zum Guaranì-Aquifersystem.“

Pressekonferenz, in der das Vorbereitungspapier für die spezielle Versammlung der Bischofssynode
für die Pan-Amazonas-Synode vorgestellt wurde. (Oktober 2019), 08.06.2018

„Der Evangelientext „Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe“ (Lk 4,18) – drückt eine Überzeugung aus, welche die Ordensleute bei ihrer Mission in Amazonien besonders beseelt. Sie sind dazu gesandt, aus nächster Nähe den indigenen Völkern, den am stärksten verwundeten und isolierten Völkern die Frohe Botschaft zu bringen, und zwar mit einer dialogischen Verkündigung, die aus einem tiefen Wissen über Spiritualität stammt. Ordensleute mit den Erfahrungen verschiedener Ordensfamilien und -Institute können in Gemeinden leben, in denen niemand leben will und an deren Seite niemand sein will, indem sie Kultur und Sprachen der indigenen Völker lernen, um die Herzen der Menschen zu erreichen.“ (Schlussdokument, #97).

„Die uralte Weisheit der Völker bestätigt, dass Mutter Erde ein weibliches Antlitz hat. In der indigenen und in der westlichen Welt arbeiten Frauen in vielen Bereichen mit, sie unterrichten die Kinder, geben den Glauben und das Evangelium weiter, setzen sich ein für die menschliche Entwicklung und übernehmen dafür Verantwortung. Deshalb wird die Forderung laut, dass die Stimme von Frauen gehört werde, dass sie konsultiert und an Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Auf solche Weise können sie mit ihrer Sensibilität auch zur Synodalität der Kirche beitragen. Wir schätzen die Rolle der Frauen, anerkennen ihre grundlegende Rolle bei der Entwicklung und Weitergabe von Kulturen, für Spiritualität, für Gemeinschaften und für Familien. Frauen müssen viel entschiedener Leitungsaufgaben innerhalb der Kirche wahrnehmen, und die Kirche muss sie anerkennen und fördern, indem sie ihre Mitwirkung in Pastoralräten von Pfarreien und Diözesen oder auch in Leitungsinstanzen ausbaut.

Angesichts der Realität, unter der Frauen als Opfer körperlicher, moralischer und religiöser Gewalt leiden bis hin zum Frauenmord, setzt sich die Kirche für die Verteidigung ihrer Rechte ein und schätzt sie als Protagonistinnen und Hüterinnen der Schöpfung und des ‚Gemeinsamen Hauses‘.“ (Schlussdokument, #101-102)

Reflexion

Reflektieren und diskutieren Sie diese Fragen:

  • Wie berühren mich diese Realität, diese Fakten und Schlussfolgerungen der Synode?
  • Wie ist unsere Erfahrung als Frauen des Geweihten Lebens an jedem Ort und in jeder Mission heute?
  • Wie reagieren wir als Schulschwestern v. U. L. Fr. auf die Realität von Frauen und Kindern im gesamten Amazonasgebiet und in der ganzen Welt?

Handeln

  • Informieren Sie sich über den Reichtum der Amazonas-Synode; studieren und vertiefen Sie Ihre Kenntnisse über das Abschlussdokument (DeutschEnglishEspañolPortuguêsItaliano)!
  • Erfahren Sie mehr über die Völker im Amazonas-Gebiet, insbesondere über die Realität von Frauen, Mädchen und Jungen, und über die stille, engagierte pastorale Arbeit der Frauen des Geweihten Lebens.
  • Denken Sie in diesem März an die indigenen Frauen, Migrantinnen, Flüchtlinge, Leidende, Misshandelte, Diskriminierte, Opfer von Gewalt … und für die Frauen des Geweihten Lebens, die sie unterstützen, verteidigen und begleiten und beten Sie für diese Menschen!

Schlussgebet

Our Lady of the Amazon image

Wir schließen unter dem Schutz Mariens, der Mutter Amazoniens, die in der gesamten Region unter verschiedenen Namen verehrt wird. Mit ihrer Fürsprache beten wir darum, dass das Leben in Fülle, das Jesus in die Welt bringen wollte (vgl. Joh 10,10), allen, insbesondere den Armen, zuteil werde und dem Schutz des „Gemeinsamen Hauses“ diene. (Schlussdokument, # 120)

Vorbereitet von Schwester  Susana Tomatti SSND von der Provinz Lateinamerika und die Karibik  (ALC), für das Internationale Shalom-Büro, Rom, Italien Grafik: Richtungweisende Erklärung,
24. Generalkapitel. Design: Kongregationsweites Kommunikationsbüro

Bild: Unsere Liebe Frau vom Amazonas. Künstlerin: Lara Denys

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