Schwester M. Antonia mit dem kleinen Theo und seinem Vater

Schwester M. Antonia mit dem kleinen Theo und seinem Vater

Von Kurt Haspel

Der zwei Jahre alte Theo ist ein aufgeweckter kleiner Junge. Er mag Tiere auf dem Bauernhof und spielt gerne mit seinen Duplo-Bausteinen. Aber Theo lacht nicht so viel wie andere Kinder und flüchtet sich oft in die sicheren Arme seines Vaters. Was Theo jedoch am meisten vermisst, ist seine Mutter. Sie ist gegangen und wird eines Tages zurückkommen, das möchten die Erwachsenen ihn glauben machen. Aber alle – außer Theo – wissen genau, dass die junge Frau nicht zurückkommen wird. Theos Mutter ist kürzlich an Krebs gestorben. Seitdem sind Theo und sein Vater ganz allein.

Studierende einer Schulschwesternschule in Freistadt, Österreich, haben von diesem traurigen Schicksal gehört und wollten natürlich sofort helfen. Als Teil eines Klassenprojekts backten sie duftende Plätzchen und bereiteten regionale Köstlichkeiten zu. Dank des Einsatzes der Schüler hat dieses Wohltätigkeitsprojekt eine ansehnliche Summe erbracht, Geld, das Theos Vater brauchte.

Nachdem alle Plätzchen und Köstlichkeiten verkauft waren, luden die Studierenden Theo und seinen Vater in die Schule ein. Schwester M. Antonia Pichlbauer, die Standortverantwortliche in Freistadt, Österreich, hat das Projekt ebenfalls aktiv unterstützt. Auch sie war sichtlich gerührt und hat sehr schnell mit dem kleinen Theo Freundschaft geschlossen: „ein lieber Bub, den man einfach gern haben muss.” Der Nachmittag, den wir mit dem kleinen Theo verbrachten, war für alle Anwesenden eine berührende Erfahrung. Theo, der zunächst Schutz suchte in den Armen seines Vaters, fühlte sich bald daheim unter den Schülern. Er war besonders glücklich über die neuen Duplo-Bausteine, die er von der Klasse erhielt. Es war eine gute Gelegenheit für alle Beteiligten, Theo kennenzulernen und auch die Freude des Gebens zu fühlen. Dieses Gefühl wird den Studierenden unserer Schulschwesternschule in Freistadt für lange Zeit im Gedächtnis bleiben.

Schwester M. Antonia sagte dazu: „Wie unsere Selige Gründerin M. Theresia Gerhardinger sagte: ‚Teilen wir das Wenige, das wir haben, mit allen hungrigen und frierenden Kindern.‘ Wir Schulschwestern befolgen noch immer diesen Rat. ”

Bildnachweis: Lehrerin Monika Hons, HLW Freistadt, Österreich