Jahrgang 20, Ausgabe 3  —   Dezember 2019

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Aufbau integrativer und nachhaltiger Städte und Gemeinden

The SSND delegation to the 68th UN Civil Society Conference: left to right, Laura Peterson, Sister M. Heather McKinnon, Sister Pamela Jablon, Elizabeth Mueller, Sister Beatriz Martinez

Die Schulschwestern-Delegation bei der 68. UN-Konferenz über die Zivilgesellschaft: von links nach rechts: Laura Peterson, Sister M. Heather McKinnon, Sister Pamela Jablon, Elizabeth Mueller, Sister Beatriz Martinez

Von Schwester Beatriz Martinez-Garcia, Leiterin des SSND UN-NGO Büros

„Der Aufbau von integrativen und zukunftsfähigen Städten und Kommunen” war das Thema der 68. UN-Konferenz über Zivilgesellschaften, die im August in Salt Lake City, Utah, USA stattfand. Die Konferenzteilnehmer tauschten sich aus über die Herausforderungen, die die 3,5 Milliarden Menschen in den Städten täglich bedrängen. Die Herausforderungen bestehen in ungenügender medizinischer Versorgung, unzureichenden öffentlichen Verkehrsmitteln, Fehlen von Bildung und fehlendem Zugang zu annehmbaren Arbeitsplätzen, ungenügenden Abwassersystemen und Slums, die für 833 Millionen Menschen unsichere Wohngegenden sind und bleiben. Das sind die Fragen, die angesprochen werden müssen.

Stadtplaner glauben, dass bis 2030 die Zahl der Menschen, die in Städten leben, auf 5 Milliarden steigen wird. Wir brauchen Absprachen bei unseren Bemühungen, die Städte integrativ, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu machen. Obwohl diese Statistiken eine düstere Zukunft aufzeigen, sind sich die Teilnehmer der Situation bewusst und wollen gemeinsam handeln.

Die Schulschwestern-Delegation war durch diese Informationen angeregt und tauschte sich über ihre Hoffnungen und ihr Engagement aus.

Schwester M. Heather McKinnon: „Ich werde meine Erfahrungen von den SDG (Nachhaltigen Entwicklungszielen) und die Ergebnisse mit allen teilen, mit denen ich arbeite und auch mit den Schwestern in Waterdown.“

Sister Pamela Jablon: „Ich war ermutigt von der Erfahrung, wie die Vereinten Nationen Menschen zusammenbringen können, um auf die Nöte der Welt zu antworten.“

Laura Peterson: „Ich nahm an einigen erstaunlichen Sitzungen teil, die sich wirklich fragten, was Kommunen auf der Mikroebene tun, um auf der Makro-Ebene eine Veränderung zu erreichen.”

Elizabeth Mueller: „Das Jugendzentrum war voller zukünftiger Führungskräfte und engagierter junger Erwachsener, die alle von der gemeinsamen Mission getragen sind, sicherzustellen, dass die Gesellschaft und die Städte integrativer und nachhaltiger werden.“

Die Konferenz ist vorbei, aber wir Schulschwestern sind weiter dabei, integrative und zukunftsfähige Gemeinschaften zu schaffen. Wir können einige Ideen von den Konferenzdokumenten übernehmen: Outcome Statement by Civil Society and Youth Climate Compact.

GirlForce (MädchenMacht): Improvisiert und nicht aufzuhalten

Von Schwester Beatriz Martinez-Garcia, Leiterin des SSND UN-NGO Büros

International Day of the Girl

Als Schulschwestern ergreifen wir jede Gelegenheit, zu erziehen und das Potential aller Menschen zu erkennen; der Internationale Mädchentag / Day of the Girl (IDG) ist eine davon.

Der IDG in diesem Jahr war eine lehrreiche Erfahrung für 42 Studierende und drei Mitarbeiter der Academy of the Holy Angels (einer Schule, die von der Provinz Atlantic-Midwest gesponsert wird), die das Speak Out! Program der Vereinten Nationen besuchten. Dieses Programm wurde von Mädchen für Mädchen ausgearbeitet, um Mädchen aus aller Welt zu befähigen, ihre Vorlieben und Sorgen zu äußern. Zusätzlich beteiligte sich Schwester Bridget Waldorf an einem Twitter Chat, um sich für Gerechtigkeit für Mädchen einzusetzen.

Improvisiert und nicht aufzuhalten war das Jahresthema. Es brachte alle Teilnehmer dazu, darüber nachzudenken, was es bedeutet, in der heutigen Gesellschaft eine fähige junge Frau zu sein. Es trug dazu bei, unsere Gedanken auf einige mögliche Fragen zu konzentrieren, mit denen man ein Gespräch mit jungen Mädchen beginnen könnte. Wie können Sie ein Mädchen beschreiben, das improvisiert und nicht aufzuhalten ist? Sind Sie/Waren Sie ein Mädchen, das improvisiert und nicht aufzuhalten ist? Arbeiten wir weiter daran, die Rechte von Mädchen zu stärken. Wenn Sie mehr über IDG lesen wollen, klicken Sie auf International Day of the Girl

 

Zeit der Schöpfung

Von Schwester Kathy Schmittgens, Internationale Shalom Koordinatorin

SEASON OF CREATION: Laudato Si Mi Signore, for Brother Sun that provides us free and pure energy to light our days and night!

SCHÖPFUNGSZEIT. Gelobt seist Du; mein Herr für Bruder Sonne, der uns mit kostenloser und sauberer Energie versorgt und so unsere Tage und Nächte erhellt.

In den drei vergangenen Jahren sind wir angeregt worden, die Zeit zwischen dem 1. September und 4. Oktober als besondere Zeit zur Bewahrung der Schöpfung zu feiern. In diesem Jahr hat besonders der Vatikan diese Feier betont, indem wir auf das „Netz des Lebens“ schauten. Oft schauen wir auf das Netz des Lebens an Orten auf dem gesamten Planeten. Schwester Barbara Brumleve hat Reflexionen für jeden Tag der „Zeit der Schöpfung“ entworfen, indem sie das „Lebensnetz“ auf dem Gelände der Notre Dame Prep untersuchte. Schülerinnen brauchten keine Ausflüge zu machen, um all das wertzuschätzen, was sie jeden Tag an ihrer Schule erfahren konnten. Was für eine großartige Idee und eine Herausforderung für alle von uns, zu sehen, dass wir vor Ort mit einem erlesenen Netzwerk der Natur verbunden sind, wenn wir aufmerksam sind.

Internationaler Tag des Friedens

Von Schwester Kathy Schmittgens, Internationale Shalom Koordinatorin

In diesem Jahr passte das Thema des Internationalen Tages des Friedens perfekt zur Zeit der Schöpfung – „Klima-Aktion für den Frieden“. Je mehr wir von den Situationen in unserer Welt erfahren, desto mehr erkennen wir, dass viele Konflikte beginnen oder verschlimmert werden durch Aktionen, die unserem Planeten schaden. Wir sehen, wie nicht nachhaltige Abbaumethoden, Zerstörung des Regenwaldes, Plastikmüll an Land und im Meer den Lebensraum der Menschen und anderer Arten zerstören.

An der Notre Dame Prep in Townsend, Maryland, USA, haben Schüler ihre Sorgen auf einer besonderen Stellwand aufgelistet. Einige schlossen die Rettung von Schildkröten ein sowie die Rettung von Bienen, das Wiederverwenden von Wasserflaschen und Plastiktüten. Große wie kleine Aktionen sind Bemühungen um den Frieden.

Schüler und Schwestern in Polen nutzten den Tag, um sich zu informieren und für den Frieden zu beten.  (Fotos nach links.)

Am Colégio Nossa Senhora da Glória hat die Seelsorgskoordinatorin und Lehrerin Claudineia Nunes das Engagement der Schule für die Bildung von Menschen hervorgehoben sowie die Bedeutung von Aktivitäten, die die Schüler anregen, bewusst für eine bestimmte Sache einzutreten. „Unsere Aktionen gehen über den Tag des Friedens hinaus, sie finden das ganze Jahr statt durch Handlungen im kleinen – vom Einsatz für Nachhaltigkeit, Respekt füreinander und die ganzheitliche Bildung für den Menschen.” (Fotos rechts.)

Sich bereitmachen für eine Dekade des Handelns

Handle jetzt für die Menschen und den Planeten

Handle jetzt für die Menschen und den Planeten

Von Schwester Beatriz Martinez-Garcia,
Leiterin des SSND UN-NGO Büros

Seit ihrer Gründung haben sich die Vereinten Nationen (UN) verpflichtet, die internationale Zusammenarbeit voranzubringen sowie den sozialen Fortschritt der Völker der Welt, insbesondere der Armen und Schwachen. Wir haben dieses Engagement im vergangenen September miterlebt, als sich die UN-Mitgliedsstaaten in New York zu ihrer jährlichen Generalversammlung, zu Gipfeltreffen und anderen hochrangigen Zusammenkünften trafen, um die dringenden Bedürfnisse unserer Welt anzusprechen. Inhalt und Schwerpunkt dieser Treffen waren informativ.

21. September, Klimagipfel der Jugend: Zum ersten Mal in der Geschichte der UN hatten junge Leute einen herausragenden Ort, um ihren Einsatz für die Umkehrung des Klimawandels herauszustellen.

23. September: Klimagipfel: Die Regierungschefs stimmten überein, dass ‘die Uhr tickt’ und kühne Aktionen nötig sind, um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

23. September: Hochrangiges Treffen zur allgemeinen Gesundheitsversorgung: Die Regierungschefs haben die umfassendsten Gesundheitsverpflichtungen eingeführt, die je auf diesem Niveau verabschiedet wurden.

24.-25. September: Gipfel für nachhaltige Entwicklungsziele: Die UN-Mitgliedstaaten verpflichteten sich, die Finanzierung zu mobilisieren, die nationale Umsetzung zu verbessern und die Institutionen zu stärken, um die SDGs zu erreichen und niemanden zurückzulassen.

26. September: Dialog auf hoher Ebene über die Finanzierung der Entwicklung: Die UN-Mitgliedstaaten, der private und der Finanzsektor trafen sich, um öffentliche und private Investitionen zu fördern, um die Ziele an die Agenda 2030 anzugleichen.

27. September: Zwischenbilanz des „Samoa Pathway“: Die UN-Mitgliedstaaten erörterten Fortschritte bei der Bekämpfung der verheerenden Auswirkungen des Klimawandels unter den gefährdetsten Ländern der Welt.

Detaillierte Informationen zu diesen Veranstaltungen erhalten Sie, wenn Sie auf UN 2019 Summits Week klicken: UN 2019 Summits Week

Amazonien: Neue Wege für die Kirche und für eine ganzheitliche Ökologie

Von Schwester Kathy Schmittgens, Internationale Shalom Koordinatorin

Ein zentrales Ereignis für die Kirche in diesem Oktober war die Amazonas-Synode. Die Sorge um die Kirche, die Menschen und das Land im gesamten Amazonasgebiet hat den Ruf nach dieser wichtigen Synode ausgelöst.

Im Amazonas-Regenwald leben mehrere Stämme indigener Völker, deren Existenz durch Regierungen und Unternehmen bedroht ist, die die Region nur als Einnahmequelle betrachten. Flüsse werden aufgestaut, Wälder dezimiert, und illegaler und nicht nachhaltiger Bergbau bedroht das gesamte Ökosystem. All dies gefährdet den gesamten Planeten, aber es ist besonders gefährlich für die Menschen in der Region, die den Wald geschützt haben.

Während der Synode gab es eine „Tienda de la Amazonia“, das Zelt des Amazonas, in dem Passanten mehr über die Region erfahren, Fragen stellen und für den Geist beten konnten, der dort am Werk ist. Es befand sich in Santa Maria Traspontina, gleich neben dem Petersplatz und einigen nahe gelegenen Generalaten. Besonders ergreifend waren die Geschichten von Menschen, die bei der Verteidigung des Landes und des Volkes getötet wurden, wie Schwester Dorothy Stang, Schwester von Notre Dame de Namur.

Wie kann die Kirche auf das Leid der Menschen und die Vernichtung des Landes reagieren? Was hat die Frohe Botschaft Jesu dazu zu sagen? Und wie kann die Kirche mit so wenigen Priestern auf die spirituellen Bedürfnisse der Menschen antworten? Wenn die Menschen verlassen werden, was passiert dann mit ihrem Glauben? All diese und weitere Fragen standen auf der Tagesordnung der Synode.

In den kommenden Monaten werden wir mehr über die Ergebnisse des Entscheidungsprozesses erfahren.

Shalom/UN-NGO Nachrichten sind eine vierteljährliche Publikation der Armen Schulschwestern v. U. L. Fr.
via della Stazione Aurelia 95, 00165 Roma · tel: +39.06.6652.01; fax: +39.06.6652.0234.

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