Jahrgang 18, Ausgabe 2 – Dezember 2017

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Advent und Liebe kann nicht warten

von Schwester Kathy Schmittgens, Internationale Shalom Koordinatorin

Du lässt uns warten.
Du, der Gott aller Zeit, möchtest, dass wir warten
auf die richtige Zeit, in der wir entdecken,
wer wir sind, wohin wir gehen müssen,
wer mit uns sein wird, und was wir tun müssen..

Deshalb danke… für die Zeit des Wartens.

Gebetbuch der Iona Gemeinschaft

Die Adventszeit ist die Zeit der Erwartung. Wenn wir der Betrachtung und dem Studium der neuen Richtungweisenden Erklärung für die nächsten sechs Jahre entgegensehen, schaue ich ein letztes Mal zurück auf die Erklärung, die uns durch die letzten fünf Jahre geleitet hat und der Leitfaden für die Arbeit von Shalom gewesen ist.

Zu dieser Zeit im Kirchenjahr tun wir beides, wir erwarten und wir erinnern uns an das Kommen Jesu in unsere zerrissene Welt. Die Krisen damals waren anders als die, denen wir uns heute gegenüber sehen. Nichtsdestoweniger kam er nicht nur für jene Zeiten, er kam für alle Zeiten. Deshalb glauben wir, dass wir einmal mehr in das Geheimnis des Emmanuel, des „Gott mit uns“, eintreten.

Obwohl dies als letztes in Die Liebe kann nicht warten steht, wissen wir, „dass alles, was wir sind und tun, in der Liebe des dreifaltigen Gottes begründet ist“ und dass das der Ausgangs- und Endpunkt für unser Handeln ist. Diese Zeit des Advents, diese Zeit des Wartens, ist unsere Zeit der „Vertiefung”.

Das Zitat zu Anfang dieses Artikels, dass ich in dem Buch Bread of Tomorrow: Prayers for the Church Year (Brot von morgen: Gebet für das Kirchenjahr)  gefunden habe, erregte meine Aufmerksamkeit wegen seiner Ähnlichkeit mit unserem Kapitelgebet, das auf Worten Mutter Theresias beruht. Alles, was wir zu tun hoffen – den Dialog als Lebensform anzunehmen, einfacher zu leben, unsere Bemühungen das Zeugnis für die Einheit zu verstärken, unsere Ressourcen und Apostolate auf eine Erziehung und Bildung auszurichten, die verwandelt – all das wird unsere Sendung sein in einer Zeit der Kontemplation und des ruhigen Wartens auf Gott, damit  Gott selbst sich uns offenbart.

Die Lesungen der Sonntage im Advent sind ein Ruf an uns, der unsere Entscheidung betrifft: „Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!“ (Jes 40,3) Wie bereiten wir diesen Weg? Was können wir tun, um einen Weg für Gott in unserer Welt zu bereiten? Wir glauben, dass unser Aufruf zum Dialog der Anfang ist. Unser Hören auf Gott schenkt uns die Worte, die wir für den Beginn des Dialogs benötigen. Im Psalm 85 hören wir: „Ich will hören, was Gott redet: Frieden verkündet der HERR seinem Volk.“ Wie können wir Frieden verkündigen?

Manchmal sind es unsere Handlungen, unsere Haltungen:, unser Umgang mit Menschen, all dies ist viel wichtiger als unsere Worte. Das ist unser Zeugnis der Einheit in einer zerrissenen Welt und darüber hinaus haben wir alles gemeinsam.

Wir hören auch die Worte über die Sendung Jesu (und zugleich unsere eigene) am dritten Adventsonntag. „Der Geist GOTTES, des Herrn, ruht auf mir. Denn der HERR hat mich gesalbt: er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen, um die zu heilen, die gebrochenen Herzens sind, um den Gefangenen Freilassung auszurufen und den Gefesselten Befreiung.“ (Jes 61, 1) Und so kämpfen wir darum, die tiefverwurzelten Gründe der Ungerechtigkeit auszurotten. Und wir arbeiten auf den Tag hin, an dem alle eins sein werden in Christus.

Obwohl dies die Zeit des „Wartens“ ist, verstehen wir dennoch, dass LIEBE NICHT WARTEN KANN. Gottes Segen für diese Zeit.

Erinnerung an den Internationalen Tag des Friedens der Vereinten Nationen: 21. September

von Schwester Kathy Schmittgens, Internationale Shalom Koordinatorin

 Vorschulkinder in Brasilien (oben) finden sich selbst auf der Grafik wieder, die ihnen sagt, dass „Frieden in jedem von uns beginnt” und ihre Hände sagen „Ja” zum Frieden.

Vorschulkinder in Peru (rechts) bildeten mit ihren kleinen Körpern ihr eigenes „Friedenszeichen“ und malten die Worte aus „Frieden ist die Frucht der Liebe für ein besseres Zusammenleben“.

Bewohner von Wilton, eine syrische Flüchtlingsfamilie und Schwestern von drei Gemeinschaften versammelten sich am Vorabend des Internationalen Tags des Friedens der Vereinten Nationen in der Kapelle der Villa Notre Dame in Wilton, Connecticut, USA, um gemeinsam zu beten und zu feiern. Andere in der Provinz Atlantic-Midwest nahmen via Livestreaming teil. Ein Höhepunkt des Abends war der Dialog zwischen Schwester Leonora Tucker und Manal Alazzam, die vorn in der Kapelle saßen. Manal, eine Witwe, sprach auf Englisch darüber, wie sie Syrien verlassen hatte, 15 Tage war sie zu Fuß unterwegs nach Jordanien mit dem Baby Ghaith in ihren Armen, dem kleinen Jungen Yaqoub auf dem Rücken und den beiden älteren Jungen Ahmad und Mohammed und dem Mädchen Bisan, die neben ihr gingen. Auf ihrem Kopf trug sie einen Korb mit Essen und warmer Kleidung für die Kinder.

Der Friedensmast der Gemeinschaft mit der Botschaft „Möge Frieden auf Erden herrschen“ stand während der Versammlung auf der linken Seite des Altars. Er stand in der Nähe der kahlen Zweige eines großen Baumes, die am Ende des Abends mit weißen Papiertauben – symbolischen Friedensbotschaften – bedeckt sein sollten.

Hilton Fonds – Neues Bündnis religiöser NGOs bei der UNO

von Schwester Eileen Reilly, Leiterin des  SSND UN-NGO Büros

Kürzlich wurde einer Gruppe von 18 römisch-katholischen Mitgliedsorganisationen, die von den Vereinten Nationen anerkannt sind – darunter auch die Schulschwestern – für drei Jahre eine finanzielle Unterstützung von der Conrad N. Hilton Stiftung zugesagt. Die Justice Coalition of Religious (JCoR) wird dieses Mittel nutzen, um die Zusammenarbeit der JCoR-Mitgliedsorganisationen bei ihrer Arbeit sowohl im UN-Hauptquartier in New York als auch an der Basis zu verbessern.

Die Ziele von JCoR entsprechen dem Schwerpunkt der Hilton Stiftung, nämlich direkt zu einer gerechten Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) beizutragen. Die Mitgliedsorganisationen von JCoR haben ideale Voraussetzungen für diese Aufgabe, da sie bei der UNO und mit den am Rand stehenden Bevölkerungsgruppen auf der ganzen Welt leben.

Religiöse NGOs sind eine moralische Instanz bei den UN. Sie treten für diejenigen ein, die durch die bestehenden weltweiten Systeme arm, gefährdet, unterdrückt und an den Rand gedrängt sind.

Das Hilton-Stipendium wird die Mitglieder-NGOs von JCoR dabei unterstützen, gemeinsam auf die Herausforderungen globaler Armut, Ungerechtigkeit, Diskriminierung und nicht-nachhaltiger Entwicklung zu reagieren und sich für das Erreichen der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung mit dem Blick auf Menschenrechte einsetzen.

Eine der ersten Bemühungen dieses neuen Bündnisses wird eine Reihe von Workshops zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung sein, die eine meiner NGO-Kolleginnen aus New York, eine Medical Mission Sister, und ich für Ordensmänner und -frauen in Ghana anbieten werden. Wir sind den Schulschwestern in Ghana zutiefst dankbar, die als Gastgeberinnen diese beiden Workshops ausrichten.

Bewertung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs)

von Schwester Eileen Reilly, Leiterin des SSND UN-NGO Büros

Jedes Jahr seit der Verabschiedung der Nachhaltigen Entwicklungsziele sind die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen eingeladen, „Freiwillige nationale Überprüfungen“ (Voluntary National Reviews = VNR) über ihre Fortschritte bei der Umsetzung der Ziele vorzustellen. Es versteht sich, dass diese Berichte von der Regierung in Absprache mit denjenigen, die sie tatsächlich umsetzen, wie z.B. den Schulschwestern, vorbereitet werden müssen.

Im Juli 2018 waren in diese Überprüfung Länder eingeschlossen, in denen Schulschwestern vertreten sind, Polen, Ungarn, Rumänien, Paraguay und Kanada. In den kommenden Monaten werden wir die Methoden erforschen, mit denen diese Länder üblicherweise diese Evaluierungen vorbereiten, und herauszufinden suchen, auf welche Art und Weise wir zu dieser Auswertung beitragen können.

Weltweiter Vertrag zur Migration

von Schwester Eileen Reilly, Leiterin des SSND UN-NGO Büros

Nach einer Reihe von sechs thematischen Treffen und mindestens fünf regionalen Treffen in den vergangenen zwölf Monaten bereiten die UN nun die Auswertung der Ergebnisse dieser Treffen vor und beginnen mit der Ausarbeitung eines „Weltweiten Vertrags zur Migration“, der im September 2018 zur Verabschiedung vorgesehen ist.

Dies wurde durch die Tatsache ausgelöst, dass sich derzeit mehr als 65 Millionen Menschen in einer Phase des Migrationsprozesses befinden und dass bei den Vereinten Nationen anerkannt wird, dass die Verantwortung für diese Migranten gerechter verteilt werden muss. Die Aufforderung des Gipfels vom September 2016 bezieht sich auf „Sichere, geordnete und geregelte Migration“.

STAND UP
FOR SOMEONE’S
RIGHTS TODAY

Tag der Menschenrechte: 10. Dezember

Der Tag der Menschenrechte wird in jedem Jahr am 10. Dezember begangen, an dem Tag, an dem 1948 die Vollversammlung der Vereinten Nationen die Erklärung der Menschenrechte annahm. In diesem Jahr gibt der Tag der Menschenrechte den Anstoss für eine einjährige Kampagne, die den 70. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte im Jahre 2018 ins Bewusstsein bringen soll. Dieses Dokument ist ein Meilenstein, der die unveräußerlichen Rechte verkündet, die jeder Mensch als menschliches Wesen hat – unabhängig von seiner Rasse, seiner Hautfarbe, seiner Religion, seines Geschlechts, seiner Sprache, seiner politischen und sonstigen Meinung, unabhängig von nationalem oder sozialem Ursprung, unabhängig von seinem Besitz, seiner Geburt oder eines anderen Standes. Es ist das am häufigsten übersetzte Dokument der Welt, erhältlich in mehr als 500 Sprachen.


Shalom/UN-NGO Nachrichten sind eine dreimal im Jahr erscheinende Publikation der Armen Schulschwestern v. U. L. Fr.
via della Stazione Aurelia 95, 00165 Roma · tel: +39.06.6652.01; fax: +39.06.6652.0234.


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