Jahrgang 19, Ausgabe 1  —   April 2018

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Die Liebe gibt alles

Von Schwester Kathy Schmittgens, Internationale Shalom Koordinatorin

Schwester Rosemary Howarth sagte kürzlich, dass eine der Novizinnen ihr einen Brief geschickt hat, der Die Liebe kann nicht warten und Die Liebe gibt alles miteinander verknüpft. Es wurde daraus Liebe kann nicht warten, alles zu geben! Können wir uns alle vom Eifer dieser Novizin leiten lassen?

Wir haben vor uns eine Herausforderung für diese Zeit, für unsere Zeit. Wir sehen eine Welt voller Angst, Misstrauen und Gewalt; wir spüren manchmal, dass wir nicht die Fähigkeit oder die Energie haben, die Dunkelheit zu bekämpfen. Aber um die Autorin Clarissa Pinkola Estes zu zitieren: „Wir wurden für diese Zeiten geschaffen.“

Wir leben JETZT, wir sind JETZT der Sendung Gottes geweiht. Wir sind diejenigen, die dazu gerufen sind, JETZT einen Unterschied zu machen. Unsere Richtungweisende Erklärung gibt uns das Programm diejenigen zu sein, „auf die wir gewartet haben“. (Hopi Elders, 8. Juni 2000)

  • Die evangelische Armut anzunehmen, gibt uns die Freiheit etwas zu riskieren und verwandelt zu werden.
  • Das Verständnis vom dreieinigen Gott zu vertiefen, hilft uns, alle unsere Beziehungen in der rich- tigen Haltung zu
  • Ein authentisches Gemeinschaftsleben gibt uns den Rückhalt, den wir benötigen, um mutig zu
  • Je mehr wir verstehen, was es heißt, interkulturell zu leben, desto mehr bewegen wir uns auf jene Einheit zu, für die Jesus Christus gesandt war“.
  • Die Zusammenarbeit mit anderen erweitert unsere Sichtweise und stärkt unsere Netzwerke für das Gute.
  • Die gemeinsame geistliche Unterscheidung im Hinblick auf die Bedürfnisse von heute bringt uns zurück zu Mutter Theresias Vision, für unerfüllte Bedürfnisse in der Welt zu

Natürlich wissen wir, dass es nicht leicht oder schnell geschieht, aber wir zitieren Mutter Theresias Worte:

„Dann aber stehen sie [die Werke Gottes] desto fester und blühen umso herrlicher auf.“

Tag der Menschenrechte

10. Dezember 2017

Für die Schule in Szeged, Ungarn, hatte Schwester Renata eine dreißigminütige Präsentation vorbereitet. Dazu hatte sie vier Menschenrechte ausgewählt: Recht auf Leben, Recht auf Freiheit, Recht auf Bildung und Recht auf Gleichheit. Zuerst gab sie einen Einblick in die Realität dieser Rechte in unserer heutigen Welt. Danach stellte sie eine Verbindung zwischen diesen Rechten und dem Advent her. Am Ende der Feier beteten die Schülerinnen für jene, denen diese Grundrechte fehlen, und sie lernten, das zu schätzen, was sie haben. Schließlich wählte jede Klasse eines dieser Rechte mit einer persönlichen Aufgabe aus (zum Beispiel war die Aufgabe zum Thema Recht auf Bildung die folgende: Wähle täglich eine Unter- richtsstunde, an der Du aktiv und eifrig teilnehmen wirst.) Aus dem Europäischen Shalom Newsletter Nr. 8

Jugendliche in Opole, Polen, erhielten Informationsbroschüren, sahen sich einen Film zum Thema an und hörten Zeugenaussagen von Menschen, die die Men- schenwürde und die Men- schenrechte schützen. Die pädagogischen Akti- vitäten wurden durch Gruppenarbeit und ein gemeinsames Gebet für die Opfer des Menschen- handels beendet.

Kinder im Kindergarten der Seligen Mutter Theresia in Opole, Polen, versammelten sich in der Kapelle des Mutterhauses, um gemeinsam für alle Menschen in der ganzen Welt zu beten, damit sie in Harmonie und Frieden leben, ihre Talente und Interessen entwickeln und zum Wohl ihrer Familie und des Landes arbeiten können. Sie beteten auch, dass alle Menschen sich selbst und ihre Nachbarn respektieren können. In der Klasse erstellten die Kinder aus bunten Papierstreifen eine Kette von Menschenrechten.

Treffen der Zweige in der letzten Zeit

Von Schwester Kathy Schmittgens, Internationale Shalom Koordinatorin

Nordamerikanischer Zweig

Der Nordamerikanische Zweig traf sich im November in Waterdown, Ontario, Kanada. Ein kontemplativer Geist erfüllte das Treffen, wozu auch ein wunderschönes Gebet bei- trug, das Sr. Genevieve Cassani jeden Morgen gestaltete. Das Treffen fand kurz nach dem Ende des Generalkapitels statt. Es war eine große

Gnade, gemeinsam auf die neue Richtungweisende Erklärung zu schauen. Die nordamerikanischen Pläne für die Umsetzung des Dokumentes „Shalom-Schwerpunkt und Verpflichtungen“ wurden im Lichte von Die Liebe gibt alles überarbeitet.

Jeder von uns hatte einen schriftlichen Bericht vorbereitet, der im Voraus verschickt worden war. Weite- res wurde bei dem Treffen besprochen. Es gab Zeit zur Reflexion und für Kommentare und / oder Fragen. Alle stimmten zu, dass dies zum Wachstum beitrage. Während des Treffens wurde Tim Dewane zum neuen Repräsentanten für Nordamerika gewählt.

Schwester Eileen Reilly führte uns durch einen Prozess, bei dem die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) ähnlich verwendet wurden wie beim Generalkapitel. Wir über- legten, welche SDGs für die Verhältnisse in Nordamerika von größerer Bedeutung waren.

Ein Höhepunkt des Treffens war unsere Erfahrung mit der „Decken-Übung“, einem Prozess, der die Er- fahrung der einheimischen kanadischen Stämme veranschaulichte, als ihre Territorien und Kulturen von den vordringenden Europäern bedroht und ausgelöscht wurden. Er war emotionsgeladen und zeigte, wie wichtig die Aussage zur Interkulturalität in Die Liebe gibt alles wirklich ist

Afrikanischer Zweig

Das Treffen des Afrikanischen Zweiges fand Ende November im ehemaligen Noviziat der Provinz Afrika in Sunyani, Ghana, statt. Es war eine große Freude für die Mitglieder dieses Zweiges, zu ihren geistlichen Wurzeln zurückzukehren.

Die Schwestern sprachen über die Realität in den fünf Ländern ihrer Provinz. Es war eine tiefe Erfahrung, als sie von politi- schen und sozialen Problemen sprachen, die eine Antwort durch Shalom erfordern. Ursprünglich sollte Schwester Ro- xanne Schares bei dem Treffen sprechen, aber im Oktober än- derten sich ihre Pläne „ein bisschen“. (Schwester Roxanne wurde zur Generaloberin gewählt.) Glücklicherweise konnten wir den Vortrag, den sie für die Tage in der Provinz Central Pacific über „Gewaltlosigkeit“ vorbereitet hatte, ansehen. Die Diskussion war sehr reichhaltig.

Wir haben auch einige Zeit damit verbracht, den „Shalom-Schwerpunkt und Verpflichtungen“ im Lichte von Die Liebe gibt alles anzusehen. Für die nächsten zwei Jahre wurde ein neuer Plan erarbeitet. Schwes- ter Helen Galadima wurde als neue Repräsentantin des Zweiges gewählt.

Die Messe am Sonntag konnten wir mit den Schülerinnen der Notre Dame Senior Secondary School besuchen. Mit über 800 Schülerinnen zu beten und zu singen war ein Segen.

Migranten und Flüchtlinge

Von Schwester Eileen Reilly, Leiterin des SSND UN-NGO Büros

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Gutteres (rechts) sprach in seinem Bericht davon, dass „Migration für alle gelingt“.

Da die Zahl der Flüchtlinge und Migranten auch weiterhin weltweit täglich zunimmt, arbeiten die Vereinten Nationen an einem zweijährigen Prozess, um einen weltweiten Vertrag über Flüchtlinge sowie einen weltweiten Vertrag für sichere, geordnete und reguläre Migration zu entwickeln. Beide Verträge sind Versuche, Normen zu formulieren, um die Verantwortung für Flüchtlinge und Migranten gerechter zwischen den Nationen zu verteilen.

Als der Prozess im September 2016 begann, forderte Zeid Ra’ad al Hussein, UN-Hochkommissar für Menschenrechte, die versammelten Delegierten der UNO mit folgenden Worten heraus:

„Wenn Millionen von Menschen die Einladung der Freiheit nur durch die flatternde Leinwand eines Zeltes sehen, wenn sie ihre Kinder und Besitztümer auf dem Rücken tragen, während sie Hunderte, vielleicht sogar Tausende von Meilen gehen, wenn sie und ihre Familien Gefahr laufen, zu ertrinken und sie in entsetzlichen Hafteinrichtungen einge- pfercht werden – und, wenn sie frei gelassen werden, den Missbrauch durch Rassisten und Fremdenfeindlichkeit riskieren, dann gibt es hier keinen Grund sich bequem zurück- zulehnen.“

Der bei diesem Treffen begonnene Prozess führte zu zwei Dokument-Entwürfen: einem zu Flüchtlingen und einem zu Migranten. Diese werden in den kommenden Monaten fertig gestellt werden.

Eines der neuen Elemente in den Diskussionen ist die Anerkennung von „Klimaflüchtlingen“, Menschen, die wegen der Auswirkungen des Klimawandels wie z.B. dem Anstieg des Meeresspiegels ihre Heimat verlassen. Die Dokumente fordern auch, dass die Internierung von Kindern eingestellt wird und stellen fest, dass die Inhaftierung niemals in ihrem Interesse ist. Beide Dokumente erkennen zudem die Zusam- menhänge zwischen erzwungener Migration und Menschenhandel an.

Während der Prozess weitergeht, werden wir daran erinnert, dass unsere Glaubenstradition uns sagt:

„Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land wohnt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. (Lev 19, 33f)

Together: Respekt, Sicherheit und Menschenwürde für alle

(Aktion der Vereinten Nationen für Migranten und Flüchtlinge „Gemeinsam“)

Von Schwester Eileen Reilly, Leiterin des SSND UN-NGO Büros

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, sagte beim Auftakt der ‚Together Cam- paign‘ der Vereinten Nationen: „Unsere Pflicht gegenüber den Menschen, denen wir dienen, besteht darin, zusammenzuarbeiten, um aus der Angst voreinander herauszukommen und einander zu vertrauen. Vielfalt in all ihren Formen ist ein Vorteil, keine Bedrohung.“ Klicken Sie hier, um mehr Informationen zu bekommen über die sechs Wege, dieser Aktion beizutreten (Englisch)

Wie in unserem Dezember-Newsletter erwähnt, sucht das Bündnis der Ordensleute für Gerechtigkeit (JCoR), eine neue Organisation von Ordensgemeinschaften bei den Vereinten Nationen, Wege für eine stärkere Zusammenarbeit der Gemeinschaften. Seit ich im November für das afrikanische Zweigtreffen von Shalom in Afrika war, haben eine von den Missionsärztlichen Schwestern und ich ein neues Modell der Zusammenarbeit erprobt. Wir reisten nach

Ghana, wo wir mit Unterstützung der Schulschwestern in Ghana zwei Workshops für alle Ordensleute in zwei Diözesen anboten: Cape Coast und Sunyani. Ordensfrauen und -männer versammelten sich, um sich mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) vertraut zu machen und um Möglichkeiten kennenzulernen, in ihrem Land einen Beitrag zur besseren Umsetzung dieser Ziele zu leisten.

Gebetszentren für den Frieden

Auf dem Nordamerikanischen Zweigtreffen diskutierten wir über die Vitalität der Gebetszentren für den Frieden. Die Arbeit in der Kongregation für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung hängt stark von der anhaltenden Gebetsunterstützung dieser Gebetszentren für den Frieden ab. Wir wollen alles tun, was wir können, um unsere Schwestern zu ermutigen, die die Hauptträger des Gebetes sind. Ein Vorschlag ist, für jeden Monat bestimmte Intentionen zu verschicken, so dass diese täglich in Erinnerung sind.

Wenn Sie andere Vorschläge haben, um die Verbindung zur Arbeit von Shalom zu stärken, teilen Sie uns diese bitte mit. Den Terminkalender für die Zentren finden Sie auf der Website gerhardinger.org.

Shalom/UN-NGO Nachrichten sind eine dreimal im Jahr erscheinende Publikation der Armen Schulschwestern v. U. L. Fr.,
via della Stazione Aurelia 95, 00165 Roma · tel: +39.06.6652.01; fax: +39.06.6652.0234.

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