Menschenhandel

Human Trafficking icons

Wir verpflichten uns auch, gegen Gewalt, Manipulation der Wahrheit, gegen Angriffe auf die Familie, die Entwürdigung der Frau und Aussetzung von Kindern einzutreten.

(Shalom Dokument, Schulschwestern v.U.L.Fr.)

Menschenhandel ist eine Form der modernen Sklaverei. Jedes Jahr werden schätzungsweise 700.000 bis 2 Millionen Menschen weltweit Opfer von Menschenhändlern. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) belief sich die Zahl der in einer modernen Sklaverei gefangenen Menschen im Jahr 2016 auf 40,3 Millionen. Diese Opfer, vorwiegend Frauen und Kinder, werden zu unbezahlter Arbeit, Schuldknechtschaft, Prostitution oder sexueller Knechtschaft gezwungen. Der Menschenhandel ist nach Drogen und Waffen die drittgrößte kriminelle Aktivität der organisierten Kriminalität.

Papst Franziskus hat sich gegen Menschenhandel ausgesprochen. „Menschenhandel ist eine verabscheuungswürdige Tätigkeit, eine Schande für unsere Gesellschaft, die sich ‚zivilisiert‘ nennt!“ Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, „wirksame Initiativen und neue Ansätze für den Schutz ihrer Würde, für die Verbesserung ihrer Lebensqualität und für die Bewahrung der Menschenrechte zu finden, Herausforderungen, die sich aus modernen Formen der Verfolgung, Unterdrückung und Sklaverei ergeben.“(Papst Franziskus, Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Seelsorge von Migranten und Menschen unterwegs, 24. Mai 2013)

Schulschwestern v.U.L.Fr., die entschlossen sind, aktiv an der Beseitigung der Ursachen von Ungerechtigkeiten zu arbeiten, haben auf verschiedene Weisen auf dieses Problem reagiert und den Kampf gegen den Menschenhandel zu einer ihrer Prioritäten gemacht. Sie unterstützten die Erklärung der Internationalen Union der Generaloberen (UISG) von 2001, „solidarisch miteinander zu arbeiten, mit besonderem Augenmerk auf den Frauenhandel“.

Für den schulischen Bereich haben Schulschwestern theologische Überlegungen zu Menschenhandel vorbereitet und verteilten Material, um das Bewusstsein ihrer Mitglieder, Kollegen und derer, mit denen sie zusammenarbeiten, zu stärken. Sie beteiligen sich an Kampagnen für strengere Rechtsvorschriften zum Menschenhandel in vielen Ländern, einschließlich der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Einige setzen sich ein in Arbeitsgruppen und Komitees und arbeiten mit ihren Diözesen und nationalen Caritas-Organisationen zusammen.

Hilfen

Nachhaltiges Entwicklungsziel 8: Menschenwürdige Arbeit und wirtschaftliches Wachstum. UN Grafik

Ziel 8.7: Beendigung der modernen Sklaverei, des Menschenhandels und derKinderarbeit. Global Goals graphic

Aktion

  • Reflektieren Sie die kirchliche Lehre in Bezug auf Menschenhandel, und beteiligen Sie sich an Gruppen, die über die Realität des Menschenhandels aufklären, die am stärksten gefährdeten Menschen vor Ausbeutung schützen und die Menschenrechte fördern.
  • Erfahren Sie, was Frauen und Männer auf der ganzen Welt tun, um den Menschenhandel zu stoppen; unterstützen Sie diese und schließen Sie sich ihnen bei ihren Bemühungen an.
  • Informieren Sie sich über die Realität des Menschenhandels in Ihrem Land und Ihrer Region – über die Gesetze, Richtlinien und Maßnahmen, die ergriffen werden.
  • Bleiben Sie auf dem Laufenden über Menschenhandel auf globaler, nationaler und lokaler Ebene; greifen Sie zurück auf die neuesten Berichte und Analysen.
  • Treten Sie der UNODC Kampagne „Blaues Herz“ bei, um das Bewusstsein für die Opfer des Menschenhandels zu schärfen, Aktion anzuregen und mit ihnen solidarisch zu sein.
  • Beten Sie regelmäßig das „Gebet für ein Ende des Menschenhandels“.

Gebet

Gott, es fehlen uns die Worte, um das auszudrücken, was wir kaum fassen können und was wir fühlen, wenn wir davon hören, dass man Frauen und Mädchen täuscht und in unbekannte Orte transportiert, wo sie sexuell ausgebeutet und missbraucht werden – aus menschlicher Habgier und Profitsucht in dieser Welt von heute.

Wir sind traurig und empört, wie Würde und Rechte dieser Frauen und Kinder mit Drohung, Täuschung und Gewalt verletzt werden.

Gegen diese entwürdigende Praxis „Menschenhandel“ lehnen wir uns lautstark auf und beten um ihre baldige Beendigung.

Stärke jene, die zerbrechlichen Gemütes und zerbrochenen Herzens sind. Verwirkliche dein Versprechen, Herr, diese unsere Schwestern mit einer Liebe zu umfangen, die zart und gut ist, und jage die Ausbeuter mit leeren Händen fort!

Gib uns die Weisheit und den Mut, solidarisch bei diesen Frauen und Mädchen zu stehen, damit wir miteinander Wege zum Frieden finden – dem Frieden, der deine Gabe an uns alle ist. Amen.

(Gen Cassani, SSND)